Donnerstag, 16. Februar 2017

Wie heißt der Geist der Neuen Zeit, der trennt und auseinander treibt?

He he ...passt!

Paradox

In den meisten Religionen ist es ein Tabu, das Paradies zu beschreiben resp. sich ein Bild von Gott zu machen. Der Grund dafür: Der Verstand, der nur in Gegensatz- und Entweder-Oder-Kategorien denken kann, ist nicht fähig, die EINheit zu beschreiben, dennoch MUSS er es versuchen. Das ist auch jenseits von Ego nicht anders, wo der Verstand ja doch  nicht komplett ausgeschaltet ist.  Der Unterschied zum unerlösten Verstand liegt darin, dass der befreite mind  nicht am Entweder-Oder-Denken HAFTET, da Achtsamkeit/Gewahrsein dies verhindert.


Wie ich schon oft erwähnte: Der sog.Zustandslose Zustand läßt sich niemals mit EINdeutigkeit beschreiben, weil EINheit nicht beschreibbar ist. Jemand, der diesen Zustand eindeutig beschreibt, ist nicht erleuchtet, bzw. fehlt es ihm (noch) an einem vertieften Gewahrsein für die Paradoxizität.  Auch wenn das Ego als der Zensor seine Kraft verloren hat, ist man doch sprachlich oft noch nicht "gleichzeitig" mit der jeweiligen geistigen Erkenntnis, die Worte lassen oft auf sich warten, manchmal sehr lange.
 Der Verstand ist ja nicht ausgeschaltet, wenn der Zensor den Geist aufgegeben hat, der Verstand arbeitet wie gewohnt, auch wenn die Identifizierung mit dem Alltagskonsens aufgehoben ist - d.h. er teilt, denn das Wesen des Verstandes ist Teilung, Trennung und von daher kann der Verstand aus seiner dualistischen Position das Bewusstsein jenseits von Ego nicht anders beschreiben als in Zwei-Deutigkeit bzw. in dualistischen=trennenden Begriffen.
Das sollte man auch nicht vergessen: Die Klarheit der Erkenntnis ist ja niemals ein vollkommenes Erfassen eines Gegenstands der Erkenntnis, sondern ein teilweises - die Klarheit ist eine kontinuierlich wachsende, basierend auf einer wachsenden Vertiefung des Gewahrseins.

In einem Forum schrieb jemand einmal ganz entrüstet, dass die "Göttlliche Paradoxität" nichts anderes als eine schöne Ausrede der Superschlauen sei und dass, wenn alles eh paradox sei, jedermann alles behaupten könne, -  ja, und wem könne man dann noch Glauben schenken?!
Das Problem ist einmal, dass der Sucher "Glauben" schenkt, was in Wahrheit nichts anderes ist, als dass er seinen Vorstellungen Glauben schenkt bzw. seinem Egomind, der sich aus dem Gehörten flugs ein Bild macht und einen Gaubenssatz/Dogma bildet, an dem er dann so lange anzuhaften beliebt, bis er eines Tages genug Gewahrsein hat, um der Anhaftung gewahr zu werden. 

Zum anderen  gibt eine Möglichkeit, herauszufinden, ob das Paradox ein echtes ist oder nur eine Ausrede: : man bitte den "Erleuchteten" darum, das Paradox "aufzudröseln", d.h. die jeweils konträren "widersinnig" scheinenden  Sichtweisen zu verorten und zu benennen.  Ein Paradox hat mindestens zwei davon, das "göttliche" Paradox hat derer vier, man beschreibt hsozusagen die Quadratur des Kreises. LOL. Der Erkenntnisweg führt regelmäßig durch die bekloppte Dialektik des Tetralemmas. (Der vierte Aspekt  ist das Nichts und als solches zugegebenermaßen nur eine schlussfolgernde Interpretation aus 3. LOL)
Ok, wenn  ein "Erleuchteter" z.B. seine Absolute Erkenntnis mitteilt: "Der Holocaust existiert nicht", dann sollte er fähig sein, die zweite Perspektive aufzuzeigen, in der der Holocaust seine wenn auch relative Existenz hat. Kann er das nicht, steckt er in der Entweder-Oder-Falle der Eindeutigkeit des Entweder-Oder-Modus des Verstandes. 
Und er sollte mit vertieftem Gewahrsein auch den Prozess ein-sehen und sogar beschreiben können, WIE er zu der Erkenntnis gekommen ist - wie der Verstand über positive Bejahungen und Verneinungen, d.h. aus der Eindeutigkeit des  ENtweder-Oder-Modus in die Zweideutigkeit des Sowohl-als-Auch-Modus  und darüberhinaus in der Negation des Weder dies-noch das aufgeht - anders gesagt, im NICHTS aufgeht.
Der Verstand scheitert erst lustvoll am Paradox des  Weder-Noch :Dass der Holocaust jemals geschehen ist ist  letztlich also weder wahr noch unwahr. LOL
Natürlich gibt es immer auch ganz gewiefte Leutz, die sich diese Kriterien, die ich gerade hier beschrieben habe, ganz ohne eigenes Gewahrsein zu eigen machen können und um rein gar keine Antworten verlegen sind, derweil es nur ums Repetieren von Fremdwissen geht...wie gesagt:  der Callida-Verstand ist very tricky...
Nochmal, der Erkenntnisprozess ist ein Prozess und nichts, was man absichtlich machen kann. Man kann sich nicht vornehmen, jetzt gehe ich mal in diesen oder jenen Modus. Alles geschieht ganz von SELBST und aus sich SELBST heraus jenseits von Ego.

_______________________________________________________________________________________

Von der Unmoral in der Moral

Auf den Spuren von Zeitgeist: Dekonstruktivismus
"Die genannten Übungen sind keine Extrembeispiele von ein paar übererregten Sexualpädagogen. Dahinter steckt Methode. Ausdrücklich vertritt das Autorenteam um Elisabeth Tuider die Ansätze der "dekonstruktivistischen Pädagogik sowie der (neo)emanzipatorischen Sexualpädagogik". Zu deren Zielsetzung gehöre ausdrücklich die "Vervielfältigung von Sexualitäten, Identitäten, Körpern", darüber hinaus solle "auch bewusst Verwirrung und Veruneindeutigung angestrebt werden" (SZ) https://demofueralle.files.wordpress.com/2014/06/sz-24-04-2014.pdf

Buch: Sexualpädagogik der Vielfalt.... Autoren: der weiter oben schon erwähnte Stefan Timmermanns und Prof.Dr. Elisabeth Tuider,  Lehrstuhl für Soziologie und Diversität, Kassel.
Bewusst Verwirrung stiften..."Veruneindeutigung" - das sind Methoden der Gehirnwäsche, aber auch Teil der Dekonstruktion von Weltbildern, wie ein Mensch sie  im psychospirituellen Kontext der Individuation/Schattenintegration erfährt. Diese Dekonstruktion wird von den Menschen wie ein Weltuntergang erlebt, weil er das ganze Ich mit seinem Weltbild erfasst, derweil Ich und Welt synonym sind, nicht voneinander zu trennen. Alle Tiefenprozesse zeichnen sich durch große Verwirrung und entsprechende "Veruneindeutigung" aus; Veruneindeutigung im Sinne von fehlender Eindeutigkeit ist eine spirituelle Qualität, weil man über den zustandslosen Zustand des eigenschaftslosen Bewusstseins jenseits von Ego nichts eindeutiges sagen läßt, weil ES bedeutungsleer ist.

Der Genderismus simuliert spirituelle Entwicklungsstadien: Mit hochmoralischem Anspruch soll  im Namen der Allerheiligsten Diversity die herkömmliche Moral mit Gewalt dekonstruiert werden. Das ist so unmoralisch, wie es unmoralischer gar nicht sein kann.
Die Frage nach dem Sinn des heterogeschlechtlichen Seins erschöpft sich in der Antwort, dass Lesben die wenigsten Geschlechtskrankheiten aufweisen... die Schwangerschaft steht auf der selben Risikoebene mit der Geschlechtskrankheit!  Yin und Yang wird austauschbar, Polaritäten eingestampft und als nichtexistent relativiert. Die Neue Normalität wird auf die armen diskriminierten Opfer, die gehätschelten Minderheiten verschoben und was zuvor normal war, wird unnormal und zum Feindbild.


Jan Fleischhauer, Journalist: "Wir, die Linken, glauben fest daran,  dass alle Phänomene der menschlichen Existenz am Ende auf Erziehung beruhen, auf nichts, aber gar nichts anderem, die Natur des Menschen ist, keine zu haben."

BF Skinner, vollständige Neuprogrammierung des Menschen möglich.... Das Ziel ist, einen neuen Menschen zu schaffen! Zerstörung der Geschlechterrollen, ... der Identität... nach Skinner ist eine Technik/Programmierung möglich, aus dem Menschen ALLES zu machen, was man wolle....(Behaviourismus)
Demnach wäre der Mensch bei seiner Geburt ein leeres Blatt ohne irgendwelche vererbten Charakteranlagen der Ahnen, ohne biologische Determinierung. Das Bewusstsein bestimmt das Sein? Was ich glaube, das bin ich? Der Neue Mensch der Kulturmarxisten soll nach erfolgreicher Ich-Dekonstruktion incl. der alten Glaubenssätze, die seine Realität bestimmten, nur mit neuen (Diversity-) Glaubenssätzen/Weltbild programmiert werden.



Chefideologin des Genderismus ist Judith Butler, eine poststruktualistische Philosophin. Bekanntes Werk: Subversion of Identity....  Emanzipation von der biologischen Wirklichkeit... Biologie sei das, für was man sie halte... (Eben, - was ich glaube, bin ich. Es ist die alte Täuschung im neuen Gewand)
Konstruktivismus a la Foucauld, Beauvoir und SKinner. Beauvoir: "Man wird nicht als Frau geboren, sondern zur Frau gemacht" durch die Identifizierung mit den sozialen Normen/Rollen.
Jo, aber das stimmt nur zur Hälfte. Langsam begreife ich, warum und auf welcher (wissenschaftl.) Basis man bei den Linken der Umwelt die Schuld an seinem "So-Sein"  gibt. Du bist einfach nur ein Roboter, völlig unverantwortlich für alles, was du denkst und tust. Ebenso denkt übrigens der einäugige Nondualist, der seine Person durch Gott bzw. ES determiniert sieht und den freien Willen leugnet.

Das Ich als Konstrukt ist ebenfalls eine spirituelle Binsenwahrheit. Ja klar könnte man auch aus transpersonaler Sicht mit Butler sagen, dass die Wahre Natur des Menschen KEINE "Natur" sei... weil sie halt nicht definiert werden kann! Dann aber darf man die Wahre Natur auch nicht neu programmieren, um eine neue Struktur/Matrix zu schaffen! DAS ist das Unwahre an dieser Ideologie.  Das ist ganz die alte GEbundenheit und  Unfreiheit - sie hat nur das Kleid gewechselt, das Zimmer...

Das zunächst Verwirrende und "Uneindeutige" beim Lesen: Wenn man das Genderkonzept mit den spirituellen Konzepten vergleicht,  könnte man glatt glauben, J. Butler, Beauvoir, Foucauld und Skinner hätten bei ihrem "Neuen Menschen" den erleuchteten Menschen im Sinne. Vor vielen Jahrzehnten habe ich diese Autoren gelesen - ausser Butler und Skinner - und fand die ganz toll... LOL.aber sie waren allesamt Atheisten -  und zwar im unerlösten Sinne von tiefgläubigen MATERIALISTEN! (Der "erlöste Atheist" hat einen schmerzhaften Individuationsprozess/Schattenintegration durchlaufen, sein "Atheismus" ist bei LICHT besehen kein Ismus, sondern basiert auf der Bewusstwerdung, dass Gotteserkenntnis SELBSTerkenntnis ist. In diesem Moment ist Gott - bzw. die Vorstellung, das Ego-Konzept von Gott - gewissermassen "gestorben".)

Die Flüchtlingskrise bzw. die massenhafte Zuwanderung von musl. Asylsuchenden hat offenbar eine ganze Menge losgetreten und erst richtig ans Licht gebracht, was vorher nur Ahnung bzw. als Verschwörungstheorie verunglimpft wurde. Jetzt, wo man die utopischen Felle wegschwimmen sieht, musste man notgedrungen die Katze ganz aus dem Sack lassen und deutlich werden: es geht um die gewaltsame Missionierung einer neue Ideologie, um die "Schaffung"=Neuprägung des Neuen Menschen - ja, einer neuen RASSE!  Unter dieser Prämisse kann der Vorwurf des Rassismus jeden treffen, der diesem neuen Menschenbild widerspricht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_Tuider

PS: Neulich hörte ich im TV, wie eine Genderbeauftragte einer einfachen Frau vom Lande erklärte, was es mit dem berüchtigten Gendermainstreaming auf sich habe, diese verstehe die ganze Aufregung um den Genderismus nicht. Nun, man tröstete sie, sie brauche keine Angst davor zu haben - und dann  reduzierte sie Genderismus simply auf die Gleichstellung von Frau und Mann... Erleichtertes Aufatmen bei der Dame.
Und dann wundert sich die sog. Qualitätsmedien, dass man sie  nurmehr Lügen- oder Lückenpresse nennt.
Auf meiner Suche nach einem Namen für den heutigen Zeitgeist fügt sich langsam alles zu einem immer klarer werdenden Bild.

_______________________________________________________________________________________

Michel Houellebecq

Passend zum Thema:
"Michel verliert jegliche emotionale Bindung an seine Mitwelt und widmet sich nurmehr noch seinen Forschungen. Er zerbricht die Menschheitsgeschichte in zwei Teile, indem er die theoretischen Grundlagen für eine geschlechtslose und unsterbliche Menschenrasse entwickelt, die die bisherige Menschheit ablösen soll. Dieser Neue Mensch oder Übermensch vermehrt sich durch Klonen, besitzt keine Individualität mehr und kennt weder Alter noch Tod. Die alte Menschheit aber, jene der sexbesessenen Soziopathen und introvertierten Sozialautisten, die Menschheit des Leidens, des Egoismus und der Sinnsuche, stirbt aus." (Elementarteilchen v.  Michel Houellebecq)
http://ef-magazin.de/2016/12/04/10188-michel-houellebecq-degeneration-und-nihilismus

 „Das Scheitern einer Zivilisation ist eine traurige Angelegenheit, es ist traurig, mit ansehen zu müssen, wie sich ihre klügsten Köpfe verrennen – zunächst fühlt man sich leicht unwohl in der eigenen Haut, und schließlich sehnt man sich nach einer Islamischen Republik." (aus: Unterwerfung v. M. H.)

Gerade eben bekam ich neben dem Koran auch  "Unterwerfung" geliefert, das erste Buch seit langer Zeit.  Dabei bin ich noch nicht einmal mit dem letzten Buch fertig, mit dem vor 3 Jahren begonnenen "Quantenbewusstsein" von Stephen Wolinsky...  grad mal 27 Seiten habe ich peu à peu gepackt. Das einzig Interessante an dem Buch ist, dass ich beim Überfliegen in manchen Übungen, die er vorschlägt,  die eigenen Schritte des Bewusstwerdungsprozesses erkenne - das, was mir ganz ohne absichtliche Übung ganz von SELBST zugefallen war, was mir wiederum bestätigt, dass Übungen offenbar doch nicht allein in der Hand des hybriden "Macher-Egos" liegen und deswegen keinen Wert hätten... oops, schon wieder schwindelt mir bei dem Gedanken,.. LOL,  statt dessen kommen mir bei der Unmöglichkeit, das Undenkbare zu denken,  wieder die Escherhände  in den Sinn und wie sie wohl auch Evolution und Involution verdeutlichen: Evolution: das Ich "macht" da recht eigentlich das, was "schon da ist" (Involution). TILT! :-D oder:  die eine Hand gibt, was die andere hat.....oder...boah.... LOL da gibst den Geist auf...

Nun,  Houellebecq klingt sehr prophetisch und "dekonstruktiv"

"Bereits 1995 vertraute er dem Magazin „Art Press" an, er sei „ein wenig überrascht, wenn man mir sagt, dass mir psychologische Porträts von Individuen, von Personen gelingen". Er habe „oft den Eindruck, dass die Individuen in etwa identisch sind, dass das, was sie ihr Ich nennen, nicht wirklich existiert, und dass es in gewissem Sinne einfacher ist, den Gang der Geschichte zu definieren.
Dieser Gang ist ein Niedergang, und er verläuft historisch in den Stadien: Trennung von Sex und Fortpflanzung, Verabsolutierung der Lust, Liberalisierung der Lust, Zerstörung der Familie, Zerstörung der Tradition, Abschaffung des Kinderwunsches, Entwertung des Alters, Vernutzung aller Dinge im Namen der individuellen Freiheit, Tod der westlichen Kultur" (ef)

Das hört sich für mich wieder mal  geradezu mystisch an - insbesondere, weil mit der Unwirklichkeit des Ichs der Niedergang der Geschichte einhergeht.  Die Geschichte - die Lebensgeschichte, die Menschheitsgeschichte ist für den Mystiker nur ein Narrativ, welches man sich zur Unterhaltung erzählt.
Wenn Houellebecq  der "Letzte Europäer" ist  - der letzte Mensch der alten Welt - dann verstehe ich, dass er in der Unio Mystica mit seinem Erzähler seine  Erlösung in der "Unterwerfung" findet. Hm...Schaun wir mal...
Bis jetzt hatte ich keine Klarheit darüber, dass sich "da draussen" in der Welt tatsächlich die ganze christliche Erlösungsgeschichte (incl. Apokalypse und Offenbarung des Johannes)der Seele auf der geschichtlichen Bühne spiegeln könnte. Nun zeichnet sich mir zumindest die Möglichkeit ab, dass das, was in der individuellen Seele  geschieht, auch  im Allgemeinen - historisch -  seinen Ausdruck findet.  (Ist aber nicht wichtig, Klarheit darüber zu bekommen, es ist genauso unwichtig, wie zu wissen, ob Jesus tatsächlich gelebt hat  - da draussen ist niemand,  LOL)

Mittlerweile kursiert ein Begriff im Netz: Transformatorische Revolution, aha... wer hat sich das wohl auf die falsche Fahne geschrieben`?

Genderismus: Magisches Denken, welches durch schieres Glauben, durch reine  Überzeugungskraft transfomiert?  Tatsächlich geht es bei der Spaltung, die durch die Welt geht um Ratio versus Irratio. Das Zeitalter der Aufklärung mit seinen abendländischen WErten ist abgesagt und der Glaube als für-wahr-Halten nimmt dessen Platz an. Die Wissenschaft wird negiert... Biologie abgeschafft...
Transformatorische Revolution ist ein Terminus aus der Spiritualität und beschreibt die Umwandlung des Menschen von Ich in SELBST, seine Wahre (postrukturalistische, wenn man so will) Natur.
Bei der Ersatz-TR geht es allerdings darum, den Menschen jeglicher Natur zu entfremden, insbesondere des Menschlichen. Das Ich zieht nur ein neues Kleid (Programm)  an, statt alle Kleider (Programme) als das zu sehen, was sie sind: Identifikationen mit etwas, was es nicht gibt.LOL

_______________________________________________________________________________________

Guru

Der Titel des Videos klingt wie eine Sensationsankündigung der Bildzeitung:  "Guru X. heult los", Dauer: ca. 4 Min.
Diese "Heul"-Passage aus dem Zusammenhang zu reissen und quasi als "Single" ins Netz zu stellen -  was soll das werden, ein Hit? Warum, fragt man sich unwillkürlich, muss jemand aus seinen Tränen ein öffentliche Vorstellung - gewissermassen ein "Extra-Blatt", machen, und ob da nicht jemand seine wort- und tränenreichen Ergüsse ein bisschen sehr viel zu ernst nimmt und wann demnächst der Göttliche Furz angekündigt wird. Dazu  erinnert so eine "Single" an jene Leute, die sich selbst am liebsten zitieren und aus ihren 60-Minuten-Videovorträgen kleine Text-Häppchen von 1-3 Minuten partikularisieren - zur pseudopodischen Streuung und Vervielfältigung (von Aufmerksamkeit?).
Kurz: Man spürt 'ne Absicht und man ist verstimmt...

Es ist egal, warum der Guru weint, kann sein, dass er in rührseligen Erinnerungen schwelgt, bei denen ihm ganz daseinsbesoffen zumute wird, derweil er vom Gedankenkonstrukt der eigenen Existenz überwältigt wird.
Tatsächlich ist es berauschend,  - ein stilles Beräuschnis, - das Dasein, die eigene Existenz zum ersten Mal als solche zu begreifen. Und wenn es je einen Grund für Dankbarkeit gibt, dann an dieser Stelle, in der man das Leben als wirkliches Geschenk erfährt und du deiner  Mutter niemals mehr böse sein kannst, dass sie dich so lieblos in die "Welt geschissen" hat. LOL

Natürlich ist es völlig ok, die Göttin, das körperlich-irdische Da-Sein  zu ehren, mit Trommeln, Zimbeln und Schalmeien die Existenz zu feiern. Nur vergessen die Daseinsjunkies, dass dies nicht alles ist, dass das dyonisische ErLEBEN der Existenz  nur die eine Hälfte des Kuchens ist; lange Zeit war man im Dunkeln und plötzlich wird es Licht:  Man lernte seine authentischen Gefühle zu befreien und WOW - DAS ist es, DENKT man. Man hat kaum gelernt, sich anzunehmen, liebt man die ganze Welt, das Leben und die Liebe und bleibt daran verhaftet, weil es so ekstatisch ist.
Man will mehr von den tollen Gefühlen und giert nach Erfahrungen.  Man gibt sich mit einer singulären Erfahrung von Verbundenheit mit allen Wesen oder dem Erleben "Kosmischer Liebe" nicht zufrieden, man will Wiederholung und nur noch gut und liebevoll drauf sein...

Der Daseins- odere Existenztrip ist der schönste aller Trips, aber er ist  immer noch ein Egotrip. Man kann für Daseinsjunkies  nur hoffen, dass sie irgendwann aufhören, die Existenz zu bejubeln und das "Mutterhaus" verlassen...um ins Vaterhaus zurückzukehren.

Jedenfalls tut der Guru den Morgen nicht vor dem Abend loben wie viele einäugige Nondualisten, diese Scheinlebenden, die sich nicht schmutzig machen wollen, die das Dasein der Person, des Menschen von vornherein negieren, anstatt es zu erLEBEN und zu erLEIDEN.
Der Guru ist kein Guru, er ist vielmehr ein Therapeut, demnach kann er den Menschen durchaus eine Weile begleitend helfen, zu leben, statt das Leben zu negieren und einem Glauben an ein fiktives Nichtexistenzkonstrukt anhängen, ohne jemals die Existenz wirklich erfahren zu haben.

Auf der Webseite des Gurus findet man Weisheiten wie: "Du bist freier als du träumst und mächtiger als du glaubst." (Ja, schöner Traum, fürwahr. Ach, wenn es nur sein SEIN wäre.)

Diese Sentenz impliziert für den spirit. Sucher in der Regel den Traum einer PERSÖNLICHEN Freiheit und persönlichen eigenwilligen Macht - das Ego kann nur Ego "wahrnehmen".
Empowerment - das ist leckrer Speck, mit dem man Mäuse fängt.... darauf fallen vorlieblich Manager- und Coachtypen rein, die Ichkosmetik betreiben wollen: Besser reden lernen, aussehen, sich bewegen, besser kommunizieren, um egoische Ziele zu erreichen, überzeugend rüberkommen, den "richtigen" Eindruck auf andere machen usw. Das sind oft die Sucher, die den spirit. Kuchen essen und gleichzeitig erhalten wollen - das verstehen viele nämlich unter dem Jesus-Wort vom "in der Welt, aber nicht von der Welt" zu sein.

In Wirklichkeit geht es im spirituellen Kontext nicht um ERmächtigung (des Egos), sondern um SelbstBEvollmächtigung, aus dem Gewahrsein heraus lebendige WAHRHEIT zu sprechen.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Egal, was immer man auch für ekstatische spirt. Erfahrungen macht: Es gilt, nicht lange dabei stehen zu bleiben. Insbesondere sollte man sich nicht zu lange mit dem dionysischen Dasein, der Existenz zu identifizieren! Die Erfahrung der Existenz ist nur eine Hälfte des Kuchens - es bedarf noch eines letzten Schrittes "darüberhinaus" in das Nichtsein, das Aufgehen in dem Bewusstsein der NICHT-EXISTENZ, dem So-Sein des "Vaters", welches das Da-Sein, die Vielfalt in der Einheit umfängt.  ALLES  muss losgelassen werden - erst dann ist man Bürger beider Welten.

(Und jetzt findet sich gewiss ein superkluger und spirituell ganz Korrekter, der mich fragt, WARUM jemand wie ich, der doch erkannt hat, dass "die Ros' blüht ohn Warum", sich mit Warum-Fragen herumschlägt! Antwort: Damned - Die Ros` blüht ohn Warum! LOL)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen