Dienstag, 29. Juli 2014

Die babylonische Verwirrung ist eine devlish Mind-Verirrung


Pieter Brueghel der Ältere


Teuflische Verkehrung

Wer mit dem inneren (und äußeren) Aggressor identifiziert ist, ist demententsprechend auch täter-opfer-konfusioniert. Der kann auch nicht unterscheiden, ob jemand auf Schatten hinweist oder ob einer projeziert und im draußen die eigenen Schatten bekämpft.
Ein solcher Mensch geriert sich in seiner Rüstung von dekorativer Selbstgerechtigkeit gern und publikumswirksam als St. Michael der Drachentöter, Retter der Enterbten und Rächer der scheinbar Erniedrigten & Beleidigten. Blind wie ein Maulwurf , ahnungslos weil unbewußt ist er so recht der Verteidiger des Egos, der Verteidiger von Unehrlichkeit, Stolz und sämtlicher sog.  7 Todsünden. Wer auf  Schatten ("Sünde") hinweist, wird von ihm gnadenlos zur Sau projeziert. Seine Rüstung ist eine militante psych. Abwehrstruktur und der Motor die Angst.

So ein "Engel der Dunkelheit"  lebt als Schattenkämpfer die  dunkle Seite des St. Michael- Archetyps, indem er den eigenen Schatten auf andere projeziert und in diesen anderen zu bekämpfen sucht.  Er ist der mit den meisten Leichen im Keller  und - immer bereit, sich mit anderen ebenso aggressorinfizierten Pseudo-Leidenden projektiv zu identifizieren, projeziert er auch seine Angst vor dem Licht der Bewußtwerdung (Schatten) und kämpft um nichts mehr, als die Dunkelheit der Verdrängung nicht nur in sich, sondern auch in anderen Menschen aufrechtzuerhalten. Immer in der Annahme, er tue das Gute.


All dies wird aber m. E.  jeder Mensch mehr oder weniger auf seinem spirituellen Weg  konfrontieren müssen; dass man  die dunkle von der hellen Seite nicht unterscheiden kann, den Täter für das Opfer und den Engel für den Teufel und den Teufel für den Engel hält, ist (im günstigsten Fall) nur eine kurzzeitige, vorübergehende, aber heilsame Verwirrung im Kontext von Transformation. Die Projektionsrücknahme der Anteile, die wir in die anderen verlagern, ist die Vorbedingung, um die eigenen ver-teufelten Anteile in uns in Engel zu verwandeln. Keine leichte Aufgabe... Projektionen zu erkennen bedarf schon einer gehörigen Achtsamkeit.




Lustig

Ein anderes Wort für das Allsehende Auge des Gewahrseins ist das Auge der Vorsehung. The eye of the providence. So viele Namen... Babylon.



Krankheit

hat für mich genauso wie sein Gegenteil, die  Gesundheit, alle Bedeutung verloren. Für mich könnte ich weder sagen, dass ich krank noch dass ich gesund wäre. Beispielsweise sind da  ab und an immer noch gewisse Dinge, die ich früher als krankhaft bezeichnet hätte.  Aber sie bekümmern mich nicht. Wenn andere Menschen von Krankheiten berichten, dann läßt mich das genauso kalt wie mein eigenes "Zipperlein". das ich zwar mitunter lästig finde, aber nicht weiter schlimm. Tatsächlich herrscht hier , wo es früher einen Grund zur Besorgnis gab, eher ein Gefühl der Erheiterung über die körperlichen Gebrechlichkeiten...
Und so lausche ich auch den Erzählungen von Krankheit und ihren mitunter spektakulären Heilungen immer mit Belustigung. Dass es mich nicht interessieren würde, kann ich nicht sagen - es langweilt mich aber auch nicht. Es hat einfach keine Bedeutung. Leere. Zuhören und Sprechen,  a l s   o b  alles  eine Bedeutung hätte...LOL! wozu eigentlich braucht es (jetzt noch) eine Sprache? Antwort: Weils Spass macht zu kommunizieren und sich gleichzeitig bewußt zu sein, dass es gar keine anderen gibt, mit denen ich kommuniziere...Spielen.

Hier & Jetzt an dieser Stelle meiner Überlegungen wird mir gerade klar, dass das Ich/Ego 
sprachgebunden ist. Sobald das kleine Kind zu sprechen anfängt, fängt es auch an, ein Ich zu bilden und Ich zu sagen.  Damit beginnt es sich zu separieren, die erste grundlegende Individuation, die Abnabelung von der Mutter ...die Vertreibung aus dem Paradies hat begonnen und bald ist es endgültig aus dem Paradies der mütterlichen Einheit gefallen.




Erleuchtet  - ja oder nein?


Wieder einmal konnte ich lesen, dass ein wirklicher Erleuchteter niemals von sich sagen würde, er wäre erleuchtet.

Wie so oft in solchen Fällen kann man dahinter einen kleinlichen und moralin-brodelnden Neid finden,  der u.a.  Bescheidenheit und Demut von denen einfordert, die sich einfach nur trauen, den aufrechten Gang einzulegen.

Also nochmal: Das Sein jenseits von Ego ist auch jenseits von Erleuchtung, jenseits von Sprache und damit  unbeschreibbar. Das bedeutet aber nicht, dass man der Sprache nicht mehr mächtig sei und sich für alle Zeiten ins Schweigen zurückzieht. Ich bin hier so wenig erleuchtet wie ich bescheiden oder demütig oder sonst was bin, weil ich mit keinen Eigenschaften mehr identifiziert bin, weder mit negativen noch mit positiven.  Weder kann ich mich erleuchtet nennen  noch unerleuchtet. Und dennoch kann ich mich mit dem selben Recht sowohl erleuchtet als auch nicht erleuchtet nennen.


Ich bin NICHTS. Leere. Ich bin leer von allen Identifikationen mit Eigenschaften. Dynamisches NICHTS, weil nämlich auch das Nichts, die Leere nicht eindeutig zu definieren ist...

Der  Egomind kann das Paradox nicht begreifen und greift wie  stets zur Moral.
Ich bin ein spiritueller Mensch, schrieb die empörte Beschwerdeführerin eingangs...Nein, bist du nicht - du bist weder spirituell noch ein (wahrer) Mensch. Du glaubst nur an dein Konzept von Spiritualität. Du bist ein selbstgerechter pharisäischer  Moralapostel der allerübelsten Sorte, das Übel: dass du deine penetrante Gutmensch-Moral mit Spiritualität verwechselst.

Die Wahrheit ist ein Paradox. Deswegen verwirren die Meister, Osho..usw.... nicht weil sie verwirren  w o l l e n  , sondern v.a. dadurch, dass sie das Unbeschreibbare nicht anders als in Paradoxen beschreiben können.

Ich weiß nicht, ob Ramesh Balsekar seine Zuhörer verwirrte...LOL...


StolzStolz

"Ich bin stolz darauf, was ich als Deutscher für mein Land durch meiner Hände Arbeit geleistet habe,  durch mein Sein als Mann, Vater, Freund... und dies alles mit meiner Nationalität als Deutscher"
Ich nehme schwer an, ja, ich weiß, dass der Schreiber dieser Zeilen sich für schwer spirituell hält und sich u.a. als "Sterbebegleiter" versteht....LOL..



Schamanismus..

ehrt die Vergangenheit, die Ahnen und die heimatliche Scholle. Vor allem die Familie, (die Brutstätte der Neurosen....) Nichts verkehrt dran, wenn's heilt - aber was für Blüten das treiben kann, zeigt die dunkle Mystik des  Nationalsozialismus im dritten Reich.  Die Mutter als Heldin... Der Mütterkult... Die Volksseele

Bert Hellinger  - benutzt der nicht auch schamanistische Rituale? Es wundert mich nicht, dass der in die rechte Ecke gerückt wird.  Für mich ist Schamanismus eine bedenkliche Sache, vor allem der Freizeitschamanismus. Aus (meiner) radikal-spirituellen Sicht ist Schamanismus keine Option. Im Gegenteil gehört in er in die Rubrik der "Spirituellen Umgehung".  Schamanismus ist etwas, was Christus (das Wahre SELBST) unter seine "Füße legt".  Wenn ich mich nicht täusche, gehört das in der Bibel in die Rubrik "Zauberei und Magie". Obwohl ich da auch Einschränkungen machen würde, wenn ich an das Häxentum  der Mary Daly denke, was mit dem patriarchalischen Schamanismus gar nichts gemein hat.
Mit der Großen Mutter ist aber allgemein nicht gut Kirschen essen... die hat schon so manchen allzuneugierigen und labilen Charakter verschlungen.


Ich betone auch dies nochmal: Die zugegebenermaßen äusserst faszinierende Familienaufstellung nach B. Hellinger ist für traumatisierte Menschen äusserst gefährlich - die Gefahr einer Re-Traumatisierung ist viel zu groß.




Demut

Auch Frau Gott mahnt immer sie immer wieder an -  die Demut: Wer sich erhöht, wird erniedrigt werden! Das kann man meist dann von ihr lesen, wenn ihr jemand kontra gibt oder ihre Aussagen hinterfragt. Wie immer hat sie nie ganz unrecht, dennoch schwebt dabei immer das Gestänkle in der Luft, dass es ihr vor allem darum geht, sich vor ihr - "Frau Gott" -  demutsvoll zu erniedrigen. Der aufrechte Gang, die volle Menschengröße zu erlangen ist scheinbar nur ihr gestattet. Vielleicht sollte sie mal den Unterschied zwischen der wahren und der falschen Demut/Erniedrigung thematisieren?

Mißtraue allen blumig-poetischen schönen Worten, die sich wie eine Handungsanweisung lesen, egal, ob sie von Ramana M. oder einem Ronnie Hieß stammen. Solange du unbewußt bist, wird sich der Verstand ihrer bemächtigen und versuchen zu machen, was er nicht machen kann.

http://satyamnitya.wordpress.com/2014/07/23/ronny-hiess-die-groste-hilfe/#comment-20417
Und vergiß nicht: die Fülle des Seins birgt nicht nur (scheinbar) schöne Worte, sondern auch (scheinbar) saftige Arschtritte, wo sie (scheinbar?) spontan  aus sich SELBST heraus erfolgen...LOL!
Dies war eine Handlungsanweisung, denkst du nun? LOLLOL! Nur, wenn du die Ebene mal wieder verwechselst.



Nichts ist heilig

in der offenen Weite des Bewußtseins jenseits von Erleuchtung... Stimmt. Das Heilige Pathos kennt man nur in den heiligen, den numinosen Hallen. Die Dichtungen Sri Aurobindos und Dantes Dichtung stammen aus dieser Ecke... Jenseits von Ego herrscht pure Heiterkeit und die hehren numinosen DichterWorte von Himmel- und von Höllenfahrten zerbröseln dir wie modrige Pilze auf der Zunge. Für dich mag das wie Ketzerei, Lästerung und Sich-lustig-machen klingen, wenn Heiliger Pathos in himmlischen Nonsens transformiert...
Wenn das Kind geboren ist, hat man die Heiligen Hallen zwar transformiert, damit wird das Heilige und Numinose aber nicht nullifiziert. Transformieren heißt zwar darüberhinauszugehen, ist aber auch immer zugleich ein Um- oder Einfassen der vorherigen Stufe.

Nun gibt es da jene, die  - ohne das Heilige, die "Heiligen Hallen" je betreten zu haben - den Heiligen Pathos von vornherein negieren und das Heilige als nichtsnutzige Romantik verscherbeln.

D a s  ist Lästerung.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Schulkind  über das Heilige Pathos mancher Dichtung gelacht habe und dafür immer wieder auf den Deckel gekriegt habe... LOL! Mit dem Pathos der Opern dasselbe.... die Komik im Pathos. Tragi-Komödie.


Wer das Kind in sich nicht so schnell findet und den Stoff gut verträgt, kann mal einen Joint rauchen und sich dann den Dante oder - noch besser, die Dichtung der Mathilde Ludendorff reinziehen - das sorgt für mehr Heiterkeit als eine Sitzung des deutschen Bundestags! LOL!


(Vorsicht! Haschisch oder Mariuhana befreit nicht in jedem Fall das innere Kind. Bei mir bewirkte es  das Gegenteil: ich wurde mit Drogen  i m m e r zurückgeworfen in das frühere kleine KindIch. Meist waren es Zustände  der Angst und der Minderwertigkeitsgefühle, ich bekam auch Angst vor den anwesenden Menschen. Wenn ich jedoch alleine war, konnte ich mich angstfrei der Musik hingeben...  )


Bei der Schilderung fällt mir grade auf, dass ich meine Zustände damals schon sehr gut bebachten konnte, was es mir später leicht machte, die aktuellen Gefühle auf deren Ursprung in der  Vergangenheit zurückzuführen. Nicht nur beim Shit-Rauchen, sogar während eines LSD-Trips war es mir möglich, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren - ich war in der Lage, zu beobachten und zu "wissen", in welchem (kindlichen) Lebensalter ich mich gerade befand. Der "Beobachter" das Auge der Achtsamkeit und des Gewahrseins war somit schon relativ aufgeweckt... 


Übrigens ist Erwachen nichts anderes: das Auge des Gewahrseins tut sich auf. Gewahrsein ist die Wahre Natur. Babylon, Babylon...


Viel später, nach einigen Primärtherapiesitzungen mit  Bodo S.  ging es mir ganz ähnlich. Der ging in Urlaub und hatte mich in der letzten Sitzung wahrscheinlich nicht richtig zurückgeholt und downgesettelt.
Was geschah, war ähnlich wie im LSD-Trip: ich fiel am hellichten Tag permanent von einem Lebensalter in ein anderes. Plötzlich fühlte ich mich exakt so angsterfüllt wie ich mich als 7jährige damals während meines Aufenthalts  bei T. T. fühlte- im nächsten Augenblick war ich vier Jahre alt und stand z.B. vor dem Pfarrerhaus in Hallenberg... usw.

So ging es in einem fort  - alles Traumatische erstand noch einmal in mir... boah, das machte mir Angst damals, ich fühlte mich richtig gespalten: Hier einerseits voll bewußt meiner aktuellen Situation als ca. 45jährige Erwachsene, die ihren erwachsenen Tätigkeiten nachging  - dort das kleine Kind mit all den damaligen Empfindungen...  Der Erwachsenen in mir  war es möglich,  dieses Kind in mir genau beobachten, ohne mich mit ihm allzusehr zu identifizieren. Ich glaube, das war meine Rettung... dass ich BEOBACHTEN konnte. Hätte ich mich mit dem Kind voll identifiziert, wäre ich möglicherweise ins Unbewußte abgesoffen. Von Innerer-Kind-Arbeit hatte ich damals keine Ahnung, sonst hätte ich dieses Kind, das ich war, wohl in den Arm genommen und getröstet. So beobachtete ich nur und versuchte,  meiner Angst herr zu werden.


Ich brauchte etwa 14 TAge, bis sich das Phänomen legte. Ich habe darüber in meinen Tagebüchern geschrieben, alles festgehalten und "bearbeitet". Die Primärtherapie brach ich ab. Ich war böse und wieder einmalmehr enttäuscht und hatte kein Vertrauen mehr in Therapeuten. 

In der Retrospektive ich das heute ganz anders: Er hatte mir unbewußt ein großes Geschenk gemacht. Dieses angstauslösende Phänomen WAR die Therapie und sie war  - im großen Ganzen gesehen - erfolgreich!!




Foto: https://www.uzh.ch/ds/wiki/ssl-dir/Karidol/uploads/Main/babylon1.jpg



Sonntag, 27. Juli 2014

Wer auf die Schattenarbeit scheißt, der scheißt auch auf den Buddhageist.




 Wo Pöse Pädagogen sind,
verkriecht sich schnell das Inn're Kind.
Wer dies nicht bei sich selber sieht,
für den kommt Heilung not or late.

Der Mensch kommt nicht ins Heil'ge Land,
bei dem die Abwehr militant
und der schöne Heil'ge Traum
zu sitzen unter'm Bodhibaum
ist ausgeträumt...

Wer seine Leich' nicht aus dem Keller räumt
der hat ganz klar das JETZT versäumt.
Kurz und bündig, dass du's weisst:
Wer auf die Schattenarbeit scheißt,
der scheißt auch auf den Buddhageist.

Sitzend unter'm Bodhibaum
ist mir vergessen Zeit und Raum,
was bleibt ist JETZT und DAS,
nicht Dieses oder Jenes - ach, -
mein Wille schläft,
das Auge des Gewahrseins
wacht.



Beschreibung

Es ist immer dasselbe, ich  bzw. ES strebt in meinen Beschreibungen des Unbeschreibbren immer die höchstmögliche Klarheit an, - auf dem Gipfelpunkt aber, wo ich mir der vollsten Klarheit über eine "Sache"/Frage bewußt scheine, kippt im selben Moment wieder alles um in die Unklarheit.
Ein ewiges spiraliges im Kreise herumgehen. Lustig. Nichts läßt sich fassen - der Capriolen schlagende Mind ist immer in Bewegung: auf dem Höhepunkt des Erkenntnis- bzw. Offenbarungsvorganges sinkt immerzu Alles wieder ins Nichts und das Nichts offenbart sich wieder in seiner Fülle ...ad infinitum... (Das hätte ich jetzt aber mal klar ausgedrückt...LOL)





Kommentar zu Nytia's Blog





 1. Wenn ihr direktes Verstehens sucht, haftet an keiner Erscheinung, welcher Art sie auch sein mag:


Sprache, Worte, Lehre gehört in die Rubrik der Formen und "Erscheinungen", mit denen das Ego identifiziert ist. Identifikation = Anhaftung.

Geist kann nicht gesehen werden. Es ist dies nur eine Redewendung, wie man z.B. im Christentum sagt, dass man Gott sehen wird. Geist ist Bewusstsein bzw. BEWUSSTHEIT im Sinne von GEWAHRSEIN. DAS bist DU!
Die Lehre hört auf, eine vermittelnde  Autorität zu sein, wenn "direktes Verstehen" - wenn die WIRKLICHKEIT und WAHRHEIT von innen heraus erfasst wird.
Zum Formen-Kreis gehören übrigens auch alle Umgangsformen - bitte unbedingt abgewöhnen! (haha, nein, natürlich nicht, erkennen, wie man mit Stil, Tradition usw. verhaftet ist, genügt vollkommen...äähm, vielleicht aber wäre es doch sehr wichtig, die Angst)

2. ...In den Schrift heißt es auch: was frei von allen Formen ist, ist Buddha...
Im Gewahrseinsfokus des  Buddha-Geistes löst sich die Anhaftung, die Identifikation mit den Formen, Erscheinungen auf -  n i e m a l s  die Formen selbst, wie man es so häufig mißzuverstehen scheint. Was bleibt ist Gewahrsein.  Wenn du den Eindruck hast, dass sich die Vielfalt der äußeren Welt auflöst, dann ist das eine Halluzination.

3. ...Die Lehren dienen nur dazu, auf den wahren Geist hinzuweisen...
Die Sprache, Worte, Lehren sind nur der Finger, der auf den Mond weist und nicht die Wahrheit selbst. Hafte nicht am Buchstaben, interpretiere nicht mit dem Verstand...

4. Warum sollte man sich um all die Lehren kümmern, nachdem man den Wahren Geist einmal gesehen hat?
Wer den Buddha-Geist "gesehen", d.h. wenn du dir des Gewahrseins bewußt geworden bist, bist du nicht mehr an Lehren  (Formen) gebunden. In der Bewußtheit des Buddhageistes lösen sich alle Identifikationen/Anhaftungen auf.
Mit "einmal" ist unfraglich  kein einmaliges Gewahrwerden deiner Wahren Natur gemeint. denn ein einmaliges Gewahrwerden des Buddhageistes bringt dich noch lange lange nicht auf den Pfadlosen Pfad. Wer auf dem Großen Pfad angekommen ist, kann niemals mehr straucheln, d.h. niemals mehr ins Ego zurückfallen. Bis dahin muß noch viel gestorben werden. Nach einem einmaligen Erleuchtungserlebnis ist es eher üblich, dass man sich intensiver mit den Schriften auseinandersetzt, schon weil sie jetzt eine ganz neue Bedeutung bekommen.


Erst wenn der letzte Tod gestorben ist - im permanenten Bewußtsein der Einheit mit Gott -  hat sich sowohl Gott als auch sämtliche Lehre erübrigt.
Du BIST nun (eins mit) Gott, du BIST (eins mit der) die Lehre. Jetzt, wo die "Umkehr" vollzogen und das Äussere zum Inneren geworden ist, offenbart sich ihre Bedeutung unmittelbar und ununterbrochen von innen heraus und du bedarfst keiner vermittelnden Medien mehr. 
(Wo du vormals ab und an ein Lichtlein gesehen bzw. ein Tröpfchen aus der Quelle kosten durftest, sprudelt die Quelle nun ohne Unterlass). Du bedarfst keiner Anregung mehr und auch keiner Bestätigung mehr von außen.  Krücken - darunter eben auch die Zitate fremder Meister benötigst du nicht mehr. Die Gaben des Heiligen (Buddha-) Geistes sind nun für immer dein -  u.a.  die Gabe der Unterscheidung der Geister und die Gabe der Schriftdeutung. 

Dass man die Lehren nun nicht mehr benötigt, heißt aber keineswegs, dass man sie vergißt oder überhaupt keines Wortes mehr würdigt, ganz im Gegenteil: du er-INNERST die sog. Heiligen Schriften in ihrer unendlichen Tiefe und aus dem vormals toten Buchstaben wird eine lebendige WAHRHEIT.


Das Paradox: Mit dem letzten Ego-Tod läßt du alles los;  Gott um Gottes Willen loszulassen, bedeutet im gleichen Zuge, alle äußeren Meister, alle Lehren, alle Heiligen Schriften als Krücke zu erkennen und loszulassen - dann erst steht der geistigen Wiedergeburt, der sog. Auferstehung des Geistes nichts mehr im Wege. Und Auferstehung bedeutet u.a. eben auch, dass die Schriften, (wo sie ihre Form verloren haben) aus dem Geiste wiedergeboren werden.-



...das von K.  beanstandete Wörtchen "sollte" deute ich folgendermaßen:


Warum  s o l l t e   es für den, der den Buddhageist verwirklicht hat,  noch  n o t w e n d i g  sein, sich weiter um die Lehren zu  kümmern, wenn man nicht mehr mit der Lehre (bzw. allen Formen)  identifiziert ist?

5. ...Wenn Ihr den Pfad wirklich finden wollt, dann dürft Ihr an gar nichts festhalten.
Der Weg ist das Ziel. In dieser Interpretation ist das Ziel der Pfadlose Pfad in die Offene Weite des Bewußtseins, wird erst dann erreicht, wenn man über den Jordan ist, d.h.  wenn man gänzlich "abgestorben" ist und die Religion, alle Lehren, alle Krücken fallengelassen hat und wenn man letztlich auch den Buddha getötet hat, d.h. Gott um Gottes Willen gelassen hat.  Die Frucht dieses Todes ist die Geistige Wiedergeburt, die "Auferstehung": Permanent-Gewahrsein.


Beide Interpretationen , sowohl die Nytias als auch die von Keryamastin  sind nicht "er-INNERT, sondern Interpretationen aus dem Egomind. Bei, einen aus der UnMoralität (warum solltest du  n i c h t  stehlen?) , bei der anderen aus der Moralität. 

Jeder, der wie K. allergisch auf die Wörtchen  "muss" und "sollte" reagiert,  hat ein Autoritätsproblem. K. kann nicht unterscheiden zwischen einer gesunden Autorität und der sog. schwarzen Autorität, mit der sie selbst in hohem Maße identifiziert ist.  
Nytia vermittelt den Eindruck, dass er sich für eine Autorität auf dem Gebiet der Spiritualität hält. Ganz ohne Zweifel aber hält sich K. für eine echte Kapazität... Nytia wie K. sind gegen integrale Spiritualität/Schattenintegration.  Beide halten die Verdrängung hoch.
Solange dies so ist, bleiben  seltene Gäste im eigenen Haus. Solange insbesondere  K. nicht imstande ist, ihre Projektionen zu erkennen, geschweige denn, sie zurückzunehmen, wird sie ihre Dämonen,  die Identifikation mit einem sadistischen schwarzautoritären Überich, ihre  "Besessenheit" nach außen in die anderen Menschen projezieren...  Ganz allgemein aber wird man weiterhin den Teufel für den Engel, die Schwächen für Tugend und die eigene Neurose für die Wahre Natur halten.





Nytia: "Buddhas schweißtreibende Arbeit bestand in erster Linie darin, denjenigen, die mit dem Blümchen so gar nichts anzufangen wussten, ihre Vorstellungen zu zerdeppern. Daraus wurde dann später der Buddhismus gebastelt. Aber Buddhas Botschaft war das Blümchen, nicht dieser ganze Wortsalat.

Buddha arbeitet nicht, und schweißtreibend schon mal gar nicht. Der Buddha ist anstrengungsloses Bewußtsein. Buddha liebt Wortsalat, besonders weil er sinnlos ist... LOL...Ohne Wortsalat kein Blümchen...lol... und vice versa.. Ohne Worte keine Stille.
Ein Blümlein -  Ohne Worte - Ohne Schweigen.
                             Ach Ihr Eierköppe - Nur wer sich SELBST erkennt, erkennt den Buddha.Laßt das Tüfteln und das Hobeln, lasst die Moleküle rasen,sonst wird der Kaisermarsch geblasen
allen Pösen Pädagogen!





Was ist "DAS"?

DAS bist DU!  DAS ist REINES (im Sinne von geläutert)  neutrales Gewahrsein. DAS ist der Buddha-Geist oder Gott, wenn du willst...deine Wahre Natur.  Und weil DU DAS nur jenseits von Ego bist, ist DAS auch nicht beschreibbar bzw. kann man es nur beschreiben, was ES nicht ist. DAS ist jenseits aller Eigenschaften, deshalb ist es unbeschreibbar und kann nicht "dieses oder jenes" sein.

ICH bin der ICH BIN.

Wenn SELBST und Ich als eine Einheit erkannt werden: ICH bin der Ich BIN.
ICH bin DAS, was ist.


"DAS, was ist" tritt nur dann "in kraft"  wenn das Ego beiseite getreten ist. ES hat keine Farbe und keinen Geruch. "Das, was ist" kann daher niemals eine persönliche Emotion sein. Dennoch ist "Das, was ist" nicht Jenseits der Person, wohl aber Jenseits von Ego. "DAS, was ist" ist sowohl Person als auch SELBST. Jedoch: Jenseits der Trennung bzw. der Sprache ist "Das, was ist" weder Person noch SELBST.


Solange du deine Interpretation der Wirklichkeit für die Wirklichkeit selbst hältst  - und das tust du - erfährst du nicht DAS, was  (WIRKLICH!) ist.

Das was ist, ist wie es ist und was einfach nur IST, ist immer jenseits von Gut&Böse, d.h. jenseits von Wertung und Interpretation.
Neutrale Wahrnehmung. Gewahrsein.


Der ungeläuterte Verstand des spirit. Egos vereinnahmt sich  DAS (=ICH BIN). Dann sagt er: Ich bin böse, ich bin verletzt, wütend, ein Wohltäter, ein dies und jenes... oder wahlweise: D u   bist böse, gut, dieses oder jenes - und findet es gut, weil es eben so ist, das "Leben eben". Er interpretiert seine Gefühle und die der anderen als "DAS, was ist".  Ebenso wie die Ergebnisse seines Strebens, seiner Eigenwilligkeit und seines Nützlichkeitsdenken.

Das versteht man unter der Hybris des Verstandes - sein wollen wie Gott: So hält das sich spirituell aufgewacht dünkende Superego immerzu den Teufel für den Engel und verwechselt u.a. auch permanent den Aufmerksamkeitsfokus des kleinen "Ich bin dieses und jenes.Egos" mit dem Gewahrseinsfokus des eigenschaftslosen ICH BIN und den Mangel - d.h. die innere Leere interpretiert man gar als die göttliche Leere des von allen Eigenschaften entleerten, geläuterten Ich.


"DAS, was ist" läßt sich weder in der Außen- noch in der Innenwelt wahrnehmen. "DAS, was ist" ist NICHTS und ALLES, was in diesem NICHTS aufgehoben ist und ausgeworfen wird.  

"DAS, was ist" ist der Buddhageist, der all dies wahrnimmt. Der letzte Zeuge, die letzte Ursache: ICH.

Und dennoch...
la la la



http://satyamnitya.wordpress.com/2014/07/25/alan-watts-der-mensch-eine-speziellen-handlung-von-dieser-welt/#comment-20459





Freitag, 25. Juli 2014

Das Glück liegt in Vollkommenheit, in Ganzheit und Unsterblichkeit


Die Kellerleiche - Skeleton in the closet


Bukowski Charlie sagte einst:
Find what you love and let it kill you -
Ich dagegen setze meins:
Find your Self, this kills your ego!


Ein diskussionswürdiger Satz mit vielen Fragezeichen...Unbewusst lassen wir uns nämlich alle von dem töten, was wir zu lieben glauben.. wenn man Liebe mit Abhängigkeit verwechselt, egal von was: von Frauen, Männern, Alkohol usw. Die Selbstzerstörung liebt das, was sie tötet. Wenn der Todestrieb überhand nimmt, sucht man nicht selten auch den ganz konkreten Liebestod in einer Überdosis Sex - mit einem Fremden natürlich. Eine gefährliche Art der Selbstaufgabe...Killing me softly... Destruktive Regression...(Wie bei allem, was ich schreibe, spreche ich aus eigener leid-und freudvoller Erfahrung).




Ein Satz von Patrick Aigner: 

"Merken, dass du kein Glück brauchst"....  Hm... Klingt irgendwie nach Resignation...
Ich würds mal so sagen: Merken, dass du deine Vorstellung vom Glück nicht brauchst! Höre auf, dir Vorstellungen darüber zu machen und du wirst glücklich sein. Vor allem höre auf, dir Vorstellungen zu machen von einer "Scheisse, die nie aufhört." 

Klar gibt es das Glück. Wenn es das Glück nicht gäbe, würde niemand danach streben...dann gäbe es auch so etwas wie Spiritualität nicht.
Glück liegt u.a.  im Göttlichen Gleichmut. Aber Gleichmut ist eine Horrorvorstellung der äußersten Langeweile für den Egomind, der auf seine Kicks nicht verzichten kann. Es gibt Leute, die verwechseln ihre kultivierte Resignation mit dem Gleichmut jenseits von Ego.


Image und Selbstbild

Charles Bukowski, Lesung

Gut aufpassen muss man, dass man sich nicht korrumpieren läßt. Mit einem Image des unangepaßten Säufers und dem Anstrich eines Rebellen lassen sich in der oft verachteten und/oder gefürchteten Welt besonders gute Geschäfte machen. Das Publikum liebt Rebellen; nur das früh - ganz besonders das spätpubertierende...

Die Identifikation mit dem Archetypen des Rebellen ist eine Identität, die sehr leicht mit dem "Anarcho-Child" verwechselt wird - dem von Konditionierung befreiten Anarchismus des erlösten Bewußtseins des Göttlichen Kindes jenseits von Erleuchtung.
(Politischer Anarchismus ist rebellisch und hat rein garnichts mit dem Anarchismus des befreiten Minds zu tun.)

P.A. scheint sich mir im Moment nüchtern und unrebellisch eine feste Identität//Status als Schriftsteller zuzulegen.  Nichts verkehrt dran,  nur hat es nichts mit Spiritualität zu tun, die im Gegenteil von dir verlangt, alle Identitäten, neben dem Status uva.  auch die Identifizierung mit Nation oder "Heimat" aufzugeben, was natürlich nicht unbedingt heißt, dass du deine Heimat verlassen und deinen Job hinschmeißen sollst...
"Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein", schrieb neulich einer, der den "schamanischen Weg" geht und andere Menschen zum Sterben einlädt... LOL! Ach, du liebe arme Seele, solange du selbst,  dein Stolz und einiges mehr  noch nicht gestorben ist, bist du nur ein weiterer Billiganbieter auf dem Schnäppchenmarkt der spirituellen Eitelkeiten.

Merke: Was immer du verteidigst, mit dem bist du identifiziert!  Ob du den Schamanismus, deine Nationalität, deinen Status, deine Berufswahl, deinen Besitz, deinen Alkoholkonsum, deine Peergroup, deine Spiritualität verteidigst,  in jedem Falle ist es Identifizierung -  Anhaftungen, die auf dem spirituellen Weg erkennend loszulassen wären.
The Mortalist

Ich bin stolz darauf, ein Säufer zu sein...?

Sowas gibt's auch. Das sagen dann vielleicht jene, denen die Trauben der Trockenheit/Nüchternheit einfach nur zu hoch hängen oder ihren Ist-Status mitunter damit verklären, indem man die ganze Trinkerklasse in den Kultstatus der Heiligkeit erhebt. Der Egomind eines Suchtbolzen ist trickreicher als jeder andere. Um aus dem sich selbst erniedrigenden Selbstverurteilungsmodus der Sucht rauszukommen, macht er wie stets aus der Not eine Tugend, dreht den Spieß einfach um, bastelt sich aus dem negativen (Säufer-)Selbstbild ein positive Identität bzw. Identifikation und nennt das möglicherweise auch noch Selbstannahme. Ich bin stolz, dies oder jenes zu sein... Ich will so bleiben, wie ich bin... ich bin vollkommen, nichts muss verbessert oder verändert werden...Da hat mal jemand gesagt: Ich stehe zu meiner Sucht! Auch eine diskussionswürdige Aussage. Gibts das denn?  Und was bedeutet das? Liebe ich dann meine Abhängigkeiten, nehme ich sie an, akzeptiere ich sie  - als unabänderlich vielleicht sogar?
Kann ich die Zigarette resp. das Rauchen "lieben", den Alkohol "lieben"?

Die Grabkosmetik kann manchen Menschen zu einem lebenslangen Hobby werden... (Ich meine hier keine bestimmte Person, einige Aussagen von P.A. und nicht zuletzt die Erinnerung an eigene Sucht-Erfahrung haben mich nur dazu angeregt, freiflottierend-assoziativ den Faden weiter zu spinnen...)

Aus spiritueller Sicht ist die Identifikation mit einer Peer-Group, zu B. auch mit allen scheinbar ("scheinbar"  im Sinne von neurotisch-verzerrter Wahrnehmung) Erniedrigten und Beleidigten ein schweres Übel, von dem der rechtschaffenheitsversoffene Innere Gutmensch nicht so leicht ablassen kann... (den von Bukowski habe ich auch schon geortet, gepostet von einem FB-Friend trieb er unkommentiert auf meiner FB-Startseite dahin...! Nein, nach dem, was ich früher von Bukowski gelesen habe, war er kein Mystiker, diesen und anderenWorten nach war er auch ein Moralist, zum IMMORTALISTEN hatte er wohl doch nicht das Zeug, dazu "wußte" er zuviel... Henry Miller und Bukowski: wenn die deutsche Dichterseele auf den Amerikanischen Traum trifft, bleibt von dem nichts mehr übrig... Für den wiedergeborenen Immortalisten aber hat der Amerikanische Traum noch weniger Realität als das, was man allgemein für "Das Leben" hält, LOL )

Rechtschaffenheitstrunkenheit ist die Suchtkompensation aller Moralapostel und militanten Anti-Betonköpfe! LOL! Solange die sich nämlich zu fein und puristisch sind, sich mit den Alkoholikern resp. allen Erniedrigten und Beleidigten zu identifizieren, siehts schlecht aus für die Bewusstseinsentwicklung. 


Einer, der kapituliert hat und zugeben kann, ein Alkoholiker zu sein, kann sich damit eine neue heilsame Identität aufbauen. Ob die Identifikation mit dem Gegenteil ebenso heilsam ist, sei dahingestellt. Wer den Alkohol zum Kult macht, macht damit gleichzeitig auch die Scheiße, "die nie aufhört",  zum Kult. 

Der Geruch dieser "Scheiße" ist der Verwesungsgeruch der Kellerleiche,  -  "the fragrance composition of repression und resistance."



Einem  (bekennenden)  Alkoholiker wäre es schlechterdings nicht möglich, Alkohol verklärend in den Kultstatus zu erheben und Erwachen/ Erleuchtung, was per se "frei flottierend " ist, am Alkohol anzubinden.

Einmal erkannt, dass sich das Auge des Gewahrsein niemals schliesst, bedeutet nicht, dass du dir auch "immer" dieses Gewahrseins BEWUSST bist. Mit dem Alkohol ist es wie mit manchen Drogen: Sie können vorübergehend die Ich-Kräfte löchern, aber wirklich transformieren können sie dich nicht. Wer sagt, dass die "Scheiße nie aufhöre", der ist ganz gewiss aus der Gnade gefallen;  Achtsamkeit/Gewahrsein nämlich würde ihn direkt erkennen lassen, dass es sich bei einem solchen Gedanken um eine Zukunftsprojektion des Egominds handelt, die auf Befürchtung und Sorge beruht. Es ist absolut unmöglich, zu sagen: "Die Scheiße hört nie auf" und dabei zu lachen! Wer hierbei lacht, macht eine Show -  befreiendes Lachen findet jenseits von "Scheiße" statt und vor allem jenseits des Denkens. Denn nichts anderes ist diese mittlerweile fast schon in den Kultstatus erhobene Phrase: ein vor-sorgender, voraus-schauender Gedanke, den es im Hier und JETZT niemals geben kann! Das Ego muß allem Dauer verleihen, auch der Scheiße...


Wer seine religiöse Überzeugung dazu gebraucht, seine Körper und Geist zerrüttenden Abhängigkeiten und Süchte zu kultivieren, indem er gar glaubt, es sei dies alles "Gottes Wille" - nichts andere nämlich sagt das Pseudo-Advaita - ist ein Phantast - ein selbstbetrügerischer Versuch des listigen Egos, sich auf die faule Haut zu legen und jede eigene Beteiligung/Selbstverantworung zu leugnen: Alles ist determiniert...  
Tatsache ist, dass ein Süchtiger nicht aufhören kann mit dem Saufen und erst die totale Kapitulation (=Hingabe) des Egos die Erlösung brächte. Im innerlichkeitsfeindlichen Pseudo-Advaita aber scheinkapituliert das Ego schon im vornherein und rationalisiert sein Verlangen und seine Sucht, ganz wie der Fuchs, dem die Trauben zu hoch hängen.
Fragrance
Möglicherweise wird auch hier etwas verwechselt und einmal mehr die absolute auf die relative Ebene heruntergezogen. Param advaita - jenseits von Erleuchtung, wenn du ganz "gestorben" bist, wenn die "Scheiße aufgehört hat" und alles Begehren, Verlangen und Suchten ein Ende gefunden hat, kannst du nämlich tatsächlich Alkohol trinken wie du lustig bist, dein Körper gibt dir die Grenze vor und du hörst i.d.R. drauf. Tatsächlich bist du auch nicht immer "lustig" -wahrscheinlicher ist, dass du eher selten lustig bist...
Es ist nicht möglich, die Kontrolle zu verlieren, weil sie schon verloren ist, LOL. ..Gewahrsein ist kein vorübergehendes seltenes Ereignis mehr. Geistiges Erkennen ist nicht (mehr) an "Nüchternheit" gebunden.  Ob du ein Bier, 10 Bier oder gar kein Bier trinkst, ist Jacke wie Hose. Dieser typische Kontrollverlust, der den Alkoholiker immer weiter trinken läßt, den gibt es hier nicht mehr. 

Ohne Zweifel ist es möglich, dass man im Rausch erkennt, dass es da in dir etwas gibt, was niemals schläft, was immer anwesend ist - das Allsehende Auge - aber es muss zu deinem bewußten SEIN, deinem immerwährenden SEI-en werden. Dann nämlich erst ist  Alkohol und das Saufen so bedeutungslos wie alles übrige auch.

Und das steht für mich im Moment felsenfest fest: Solange das Ich mit dem Körper identifiziert ist, solange du also daran glaubst, dass du dein Körper BIST, wirst du auch ein Verlangen nach Alkohol u.a. haben. Und genauso ist es, wenn du  n i c h t  daran  "glaubst",  LOL! Beide Überzeugungen sind Glaubenssätze, die du erkennend loslassen musst, um über den Jordan zu gelangen. Das jahrelange Soufflieren und Affirmieren "Ich bin nicht mein Körper, ich bin nicht meine Gedanken, ich bin nicht meine Gefühle usw." wird dir gar nichts nützen, wenn du den Beobachter, das Gewahrseinsauge nicht in dir stabil und bewußt verankert hast. Achtsamkeit beobachtet und negiert nicht...ohne Achtsamkeit keine Individuation und ohne Individuation kein Gewahrsein  als "permanent adaptation".



Pseudo-Advaita

Fragrance...
kennt von Vornherein keinen Weg, der zu gehen wäre. Es leugnet jede Beteiligung des Individuums an diesem Prozess. Pseudo-Advaita ist eine teuflisch verdrehte Religion von exoterisch Gläubigen, die sich schon erlöst  g l a u b e n. Pseudo-Advaita sehe ich als eine Kopfgeburt, wo das "Leben eben" nie aufhört "Scheiße" zu sein und das Glück darin besteht, auf es zu verzichten und in "Resignation bis zum Ende der Tage" auszuharren.

Das Ziel und die Sehnsucht des Menschen, dessen ganzes Wesen nach Ganzheit/Vollkommenheit (Glück) strebt, wird hier für Manchen zur unerreichbaren Traube und in perverser Verkehrung als die "Mohrrübe" deklariert, die der Erfassung der WAHRHEIT und WIRKLICHKEIT im Wege steht - in der Verkennung, dass die Suche eine Vorbedingung des Findens ist und niemandem der Weg erspart bleibt, an dessen Ende du die Lebendige WAHRHEIT erkennst, dass es keinen Weg gab und dass Suchen und Finden, Sucher und Gesuchtes ein und dasselbe ist und das "Blatt" sich buchstäblich wendet....LOL...! Einheit! Ganzheit! Hierosgamos! Was für eine Seligkeit - welch ein GLÜCK!
Das ganze Glück der Ganzheit/Vollkommenheit erlangt man, wenn das Göttliche Kind in dir geboren ist. Param Advaita: das Bewusstsein der Unsterblichkeit.  Solange du dein Inneres Weihnachten nicht erlebt hast, bleibt auch Gewahrsein und sämtl. spirit. Erfahrungen, die man machen kann, nur vorübergehende "Erleuchterungen".
Weihnachten ist als Begriff zwar bedeutungsleer, aber als die Geburt deines SELBST gleichzeitig auch die Geburt der Fülle des SEINS. Gewahrsein. REINES Glück!


Früher wußten die (alten) Meister noch den Finger auf die Lippen zu legen, wenn sie von ihren Schülern befragt wurden, heute beantworten diese einäugigen und spirituell halbgaren sog. Lehrer, die sich für Meister halten, jede Frage, besonders aber antworten sie auf Fragen, die nie gestellt wurden:  Du bist schon erwacht...Du bist schon erlöst...es gibt keine Person, keiner da...du bist schon befreit... du bist schon erleuchtet... es gibt keinen Weg, es ist alles schon da... Wer sucht, der findet nicht... es gibt nichts zu erreichen...fang erst gar nicht mit dem Suchen an...oder auch: die Scheiße hört nie auf... usw.
(Die "Letztgültige Erkenntnis" (eines anderen) , dass es keinen Weg, dass es nichts zu erreichen gab, oder auch,  dass das Ich nicht erreichen/machen kann, was von SELBST geschieht, wird offenbar für manche auch dahingehend interpretiert, dass alle Ziele "Mohrrüben" sind - Glück, Ganzheit, SELBSTverwirklichung...)



Na schön, kann ja sein, dass du oder andere durch Affirmationen, Mantras und der Wiederholung des immerselben wirklich mal einen Moment des Erwachens erleben, das ist aber erst der Anfang... Das Pseudo-Advaita wie ich es antreffe aber macht in der ihm eigenen Teuflischen Verkehrung den Schwanz zum Kopf, d.h. den Anfang  zum Ende: die Potentialität von Ganzheit und Gewahrsein wird als Realität verscherbelt,, an die man glauben soll, aber deren b e w u ß t e Verwirklichung nicht angestrebt werden könne, weil "keiner da" -  keine Person da wäre, die sie verwirklichen könne...
Weshalb manche auch getrost die Hände in den Schoß legen und der Faulheit ein Loblied singen und der Läuterung der Persönlichkeit (Individuation) den Abgesang. Damit nullifiziert und leugnet man das Unbewußte und die Notwendigkeit, dieses Unbewußte - den sog. Schatten -  bewußt zu machen.

Dass "Keiner da" ist - ist eine lebendige Erfahrung der Abwesenheit des Egos, bzw. die geistige Erkenntnis, dass es keinen Handelnden gibt. Das ist eine subjektive ABSOLUTE Wahrheit, aber nur für den, der diese "Erfahrung" macht - eine UN-MITTELBARE  "letztgültige Erkenntnis", die auch nicht ver m i t t e l b a r  ist.


Das bedeutet im Klartext, du kannst anderen Menschen nicht die (absolute) Wahrheit als einen Glaubenssatz verkaufen, der eine  Handlungsanweisung impliziert, z.B., dass "nichts zu tun" wäre.

Wer immer solche Erfahrungen macht, wer immer zu einer "Letztgültigen Erkenntnis" kommt, darf niemals vergessen, dass seine Worte  in den seltensten Fällen auf ein offenes Herz treffen, üblicherweise werden die Worte vom konzeptualisierenden Egomind der Zuhörer vereinnahmt und fixiert, der ad hoc einen Glaubenssatz draus macht. Der EGOmind - ohne den Intellekt, den Mind, die Ratio insgesamt zu verteufeln -  ist der "Fixer", der Süchtige, Pacman, ein unersättliches Raubtier. 


Solange du dir der WAHRHEIT nicht  aus dir SELBST von innen heraus bewußt wirst, bleibst du ein "Glaubenssatz-Gläubiger". (Der Unterschied zwischen lebendiger Wahrheit und Glaubenssatz kann nur durch Gewahrsein/Bewußtheit erkannt werden.)

Deshalb niemals vergessen: Nach dem Erwachen ist vor dem Erwachen. Nach der Erleuchtung/Erkenntnis ist nach der Erleuchtung/Erkenntnis. Das bedeutet. Alles was dir ein-leuchtet, alles was du geistig erkennst,  jede lebendige Wahrheit muß immer wieder ins Nichtwissen losgelassen werden.

Solange die Persönlichkeit (Verstand)  nicht geläutert ist, wird jede Absolute Wahrheit zur relativen Wahrheit (Glaubenssatz). Permanent-Gewahrsein (permanent adaptation) ist das Ziel der Bewußtseinsentwicklung und kann nur durch den Individuationsprozess bzw. Schattenintegration erlangt werden.


Scheiße. Es ist schon schwer diese Dinge zu beschreiben, weil es mich dauernd im Kreise herumführt und alles, was ich jetzt sage, sich im nächsten Moment wieder aufgehoben hat. Der Verstand, der Egomind kann meine Beschreibungen nicht verstehen, den Erfahrenen ist es ein Wiedererkennen.


Zum Schluß eine heiter-ernste Bitte:


Wenn Patrick Aigner nicht nur ein FreizeitAlki ist und  in seiner Eigenschaft/Identität als  (Un-) Heiliger Säufer wirklich was auf sich hält und ernst genommen werden will, dann möchte ich ihn bitten,  in Berlin beim alljährlichen Event des erlauchten Forums Erleuchtung doch bitte nicht die Flasch' zu vergessen und live und vor Ort sein "Erwachen durch Alkohol"  und den Vergleich mit Charles Bukowski zu verifizieren. Eine kleine gepflegte Randale inbegriffen. 
Das wäre doch mal eine ehrliche Ansage und nicht etwa 3 Tage vorher ausnüchtern oder den Flachmann versteckt in der Hosentasche ...  Das nenne ich eine coole Rampensau!

Ich erinnere mich: ich hatte in meinen Hardcore-Zeiten (1966-70) u.a. selbstgemachten Eiergrog mit Stroh-Rum in der Thermoskanne mit mir herumgetragen und immer Petersilie oder Knoblauch dabei, "Komm mir besser nicht zu nahe, ich stinke gaaanz schlimm nach Knoblauch..." LOL!

Wenn P.A. kein Alki ist, bitte ich um Enschuldigung - dann ist meine Bitte natürlich hinfällig.



Köstlich: Flasch
Cora von Ablass - haha- Krause
https://www.youtube.com/watch?v=DJGqBthQTPI

Dienstag, 24.07.2014






Sonntag, 20. Juli 2014

Der Mangel ist's an Lust und Kraft, der Faulheit und Acedia schafft






Acedia

Man wußte schon in alter Zeit,
dass Trägheiit ist nicht Mutter nur
von Langeweile und Ennui
sie ist auch der Gelassenheit
faule dunkle Schwester, Leutz!


Der Mangel ist's an Lust und Kraft,
der die faule Trägheit schafft
und sich dabei ins Fäustchen lacht,
weil er aus Not 'ne Tugend macht!




TAT VAM ASI

Weil ich über mich selbst nichts mehr aussagen kann, kann ich über mich nurmehr schweigen. Die Unbeschreibbarkeit des eigenschaftslosen ICH-BIN ist die Unbeschreibbarkeit des Seins. Das bist DU.


Osho

soll gesagt haben: Ich bin da, um Euch zu verwirren.
Man nimmts ja nicht mehr so genau jenseits von Ego, aber eine solche Aussage würde nicht mal ich kleines Lichtlein tätigen...

Die Verwirrung besteht für mich ganz allgemein darin, dass auch Osho gezwungen ist, die trennende Sprache zu gebrauchen, die letztlich alles ad absurdum führt. Und insbesondere besteht sie darin, dass  der Egomind seiner Zuhörer das Absolute und das Relative nicht unterscheiden konnte uvm.

Was mich angeht,  bin ich nicht da, um irgend jemanden zu verwirren. Ich habe keine Sendung, keinen Auftrag und auch keine Absicht in einem grundlosen Sein irgendetwas zu bewirken. Ich bin völlig nutzlos.



Schamanismus

läuft bei mir in der Rubrik "Naturreligion", kann ich aber durchaus unter dem Aspekt der Schattenarbeit bzw. -integration betrachten.
Die Geister, die man im Schamanismus ruft, muss man auch kontrollieren können. Wer mit seinem Ego stark identifiziert ist, wird sich auch mit den spezifischen (machtvollen)  Geistern /Archetypen identifizieren wollen. Die Geister forcierend zu rufen, ist aus meiner Sicht niemals gut, sie kommen während der Individuations/Heilungsprozess ganz von selbst. Und so sie von SELBST kommen sind sie auch weit weniger angsterregend, vor allem identifiziert man sich nicht so leicht mit diesen "Mächten und Gewalten".


Mein Eindruck: dass das unerlöste patriarchatsgebundene Männliche sich eben auch der schamanischen Unterwelt bemächtigt hat. Die Verdrängung der Weiblichkeit Gottes in die Unterwelt rächt sich....die große Mutter... Kali...

Unter der Großen Mutter verstehe ich im Moment im weitesten Sinne den gesamten unbewußten Kontinent, alles, was verdrängt ist und unserem Bewußtsein nicht zugänglich. Wenn es heißt, die größte Angst des (patr.) Mannes sei die Angst, von der Großen Mutter verschlungen zu werden, dann ist das m. E. die Angst, vom Unbewußten überflutet zu werden - eine Angst, die nicht nur Männer, sondern uns alle betrifft, die nicht im Einklang mit sich und der Natur leben.

Die Yogastellungen, die den Haltungen bestimmter Tiere nachempfunden sind, können nach meiner Erfahrung ebenfalls die Kraft, den Geist dieser Tiere vermitteln. Ganz ähnlich, wie der Schauspieler sich die Körpersprache des Charakters aneignet, den er dazustellen bemüht ist und sich dadurch mit diesem voll identifizieren kann, kann man sich auch mit dem Geist/Archetypen identifizieren. Man darf nur nicht vergessen, auch wieder loszulassen...

Mir selbst ist es vor vielen Jahren einmal während meiner Tiefenprozesse so geschehen, dass ich ganz spontan anfing, "Yogaübungen" bzw. bestimmte Tiere in der Bewegung nachzumachen.  Dabei habe ich keine Tiere "gesehen" oder getroffen, sondern nur die geistige  "Qualität" verschiedener Tiergeister (Archetypen) in meinem Körper gespürt und mich davon richtig "tierisch" bewegen lassen. Gleichzeitig habe ich "gewußt" oder erkannt, um welches Tier es sich handelt. Das lief mehrgleisig ab, ich war in Trance und doch ganz bewußt. Ich glaubte auch zu erkennen, dass die Yogaübungen hier ihren Ursprung hatten: dass man wieder einmal das, was bei einem Menschen spontan aus sich SELBST heraus geschah, ent-äußerte und für andere Menschen daraus eine Übung machte. Ent-Äusserung: Was ich zunächst für eine typische patriarchalische außengesteuerte Machenschaft hielt, stellt sich mir mehr und mehr als die typische Bewegung des Tesseracts dar. Involution-Evolution hat viele Gesichter.

Aus meiner heutigen Sicht gesehen, war der neutrale "Beobachter", der "Zeuge" damals wohl schon da, sonst hätte ich wohl Angst bekommen und mich dagegen gewehrt...
Mir kommt da gerade eine Idee: Ist es eigentlich möglich, dass der Begriff der "Dissoziation" auch für den "Zeugen" gebraucht wird, die neutrale Distanz im Gewahrseinzu? In Babylon muss man auf alles gefaßt sein, LOL!


Paranoia

Im Zusammenhang mit den Tiefenprozessen möchte ich noch einmal klarstellen, dass sich aus meiner Erfahrung, die sich durchaus verallgemeinern läßt, es sich niemals vermeiden läßt, dass sich "unterwegs" eine Paranoia zeigt. Die "Schwangerschaft" mit dem "inneren" bzw. göttlichen Kind ruft große Ängste hervor, dass diesem Kind etwas Schreckliches passieren könne. (Herodesangst) Das Gefühl der Schwangerschaft ist oftmals ein ganz reales, aber natürlich ist man sich dessen bewußt, dass es sich um die Schwangerschaft mit sich selbst handelt. In diesem Zusammenhang hatte ich eine große Angst speziell vor Männern, in denen ich potentielle Kindermörder sah. Ein Kind an der Hand eines Mannes rief in mir spontane Rettungimpulse hervor. Männer, die sich um mich bemühten und versuchten, mir körperlich nahe zu kommen, erlebte ich als gewaltsam. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich zu einem dieser Männer, der mir immer wieder auf die Pelle rückte, weinend und mit kindlicher Stimme sagte:  Ich will und brauche keinen Mann, ich brauche einen guten Pappi. Ich  w a r  ein Kind. Ich kann mich sehr gut erinnern: Ein Teil in mir fand das widerlich und schwächlich, dass ich mich so "erniedrigte", eine erwachsene Frau, die so "herumjault"... (ich projezierte das damals natürlich auf diesen Mann und fühlte mich von diesem so gesehen!!!)
Das Kind in mir wollte klein sein, und der Gegenspieler (Herodes-Ich-Anteil) wollte ihm das verbieten. Damals erkannte ich jedoch meine diesbezüglichen Projektionen auf diesen Mann nicht als solche... Er kam immer wieder vorbei und ich fühlte mich von ihm regelrecht verfolgt. Nicht nur von ihm, sondern auch ganz allgemein waren es die Blicke der Männer, die in mir zu jener Zeit Verfolgungsängste auslösten.  Heute sehe ich es so: der Mann konnte kein Pappi für mich sein, nicht mal "aushilfsweise". Meine Wut und meine Trauer war riesengroß - niemand wollte das Kind.In jener Zeit passierte es auch, dass ich einen Bekannten bat, mich doch einmal in den Arm zu nehmen. Er lehnte ab, das könne er nicht...
Alles ging mir damals zu nahe: laute Stimmen, Streit. Auf der Strasse erlebte ich mal, wie ein Mann auf eine Frau losging und schrie und schlug - ICH war die Frau, d.h., ich erlebte ihre Angst in mir. (Projektion)  Fürsorgliche Versuche anderer, mich in meiner Bedürftigkeit, meinem Aufbegehren und verzweifelter  Wut zu beschwichtigen, erlebte ich als gewaltätige Vermeidungsstrategie, das Kind in mir wahrzunehmen.  Was auch immer mir gegenüber geäußert wurde erlebte ich als seelischen Mißbrauch und Vergewaltigung.
Ich erinnere mich, dass mich ein AA-Freund auf meine Bitte hin nach dem Meeting freundlich in den Arm nahm, am nächsten Tag eine Fortsetzung suchend  zu mir nach Hause kam und seine Berührungen ganz schnell einen fordernden sexuellen Charakter bekamen. Scheißmänner! Mein Haß auf dieses Geschlecht kannte Gottseidank schon Grenzen...
Hass zuzulassen, statt mich in Ängsten aufzulösen, war übrigens ein wichtiger Schritt... Selten aber, dass ich diesen Haß an einem Menschen direkt ausließ, ich haßte nur auf dem Papier. Schreibend schleuderte ich alles aus mir heraus und schreibend löste ich meine Projektionen auf...

Auch dies lief mehrgleisig ab: Ich konnte diesen enormen Schmerz der aktuellen Ablehnung spüren und recht schnell erkannte ich ihn als den alten Schmerz durch die Ablehnung meiner Mutter. Die dazugehörigen Bilder aus der Vergangenheit ließen nicht mehr lange auf sich warten.

Man soll nun bitte aber nicht glauben, dass die Paranoia nur aufgrund einer traumatischen Kindheit auftritt. Die Herodesangst ist eine Metapher bzw. ein  Phänomen, von dem m. E. jeder Mensch mehr oder weniger schmerzhaft auf seinem Weg heimgesucht wird. Wir alle sind aus dem Paradies ausgeworfen worden, wir alle sind unserem wahren Wesen entfremdet, wir alle wurden durch Prägung und Konditionierung insofern vergewaltigt und mißbraucht, indem man uns falsche Identitäten verpaßt hat, Pseudogefühle gezüchtet usw... Jeder von uns hat daher seine psychologischen Abwehrmechanismen, die ihn vom Fühlen und von der Wahrheit seiner wirklichen Situation bzw. seines inneren Kindes abhalten.
Wer also glaubt, nur weil er keine traumatische Kindheit gehabt habe, sei er auch von jedem Schatten frei, ist schwer auf dem Holzweg! Das Trauma der Sozialisierung und nicht zuletzt auch das Trauma der Geburt sind Traumen, die nicht zu unterschätzen sind.



Acedia - Die Trägheit des Herzens

Lasker schreibt heute im Thread "Spirituelle Umgehung" u.a.:
Zum >Leben eben<, einer der Hauptaussagen des Neo-Advaita-Konzepts, schreibt Roberto Assagioli in seinem Buch "Psychosynthese und transpersonale Entwicklung", welches ich gerade mit "besonderem" Interesse lese:
"Dem Menschen, der "sich leben lässt", der sich mit dem Strom treiben lässt, der nicht innehält, um sich selbst zu erforschen, ist nicht bewusst, wie sehr gebunden und versklavt er ist - zumindest, solange er nicht besonderen Schwierigkeiten kontrontiert wird."
Dass Faulheit/Trägheit die Entschlossenheit (zu was auch immer) schwächt, kennt man aus der Natur: Ein Frosch, den man in kochendes Wasser wirft, springt sofort wieder heraus. In kaltes Wasser gelegt aber, welches langsam erhitzt wird, lässt sich der gleiche Frosch zu Tode kochen ...>Leben eben< LOL!
Das gleiche Prinzip kennen wir von Prozessen der Krankheitsentstehung wenn er langsam über Jahre erfolgt. Man spricht dann von Chronifizierung. Der kranke Ist-Zustand wird so zum Sollzustand. Man gewöhnt sich daran und warum sollte der Körper gegen einen Zustand, der in der Wahrnehmung als "Normal" angesehen wird, etwas unternehmen? Warum die Selbstheilungskräfte aktivieren? "
http://www.allmystery.de/fcgi/?m=mposts&user=130715



Leben eben?

Was soll diese bei Neo-Advaita-Sektierern offenbar beliebte Phrase eigentlich bedeuten?  Ich glaube, da wird Wu Wei, das Fliessen mit dem Tao mit dem Sich-Gehenlassen und In-den-Tag-Leben des Egos verwechselt. Die Verwechslung der relativen mit der absoluten Ebene ist ja gerade im Neo-Advaita gang und gebe.
Auf der unerlösten  relativ-personalen Ebene wirkt sich die  Igel-Bin-schon-da-Philosphie des  "Es gibt nix zu tun"  als destruktiver geistiger Müßiggang aus, als Acaedia, der Trägheit des Herzens.
Die Sehnsucht des Menschen (nach Gott resp. Ganzheit) wird gar als "Romantik" disqalifiziert - eine schändliche Verächtlichmachung dessen, was uns menschlich macht: unseres eigenen Herzens.

Es gibt nichts zu tun? Jedem Menschen, der seiner Sehnsucht folgt, wird die Entscheidung abverlangt, dass er seine ganze Energie in den Dienst Gottes resp. der Ganzwerdung stellt.  Diese Entscheidung wird ihm täglich von neuem abverlangt.  Der  "Neue Bund" wird dadurch erneuert, dass man die Sehnsucht des Herzens als eine  permanente Ausrichtung auf dieses Große Ziel aufrechtzuerhalten bestrebt ist.
Natürlich kann das Ego dies nicht "machen", aber das Herz kennt sein Ziel und wenn die Richtung stimmt und der Neue Bund zwischen Mensch und Gott resp. Ich und Selbst bewußt geschlossen wurde, dann hat unser Ich sich  der Führung Gottes (SELBST) anvertraut und unter dieser Führung wird auch die Persönlichkeit einem Läuterungsprozess unterzogen...
Es gibt also sehr wohl etwas zu tun, auch wenn dieses Tun zum größtenTeil im Lassen besteht.

Hingabe ist der Schlüssel zur Ganzwerdung und der "Letztgültigen Erkenntnis", dass ICH-SELBST das LEBEN bin.
(Ich benütze statt ICH-BIN mitunter auch Ich-SELBST, um die Verbundenheit bzw. Einheit anzuzeigen.

Samstag, 19. Juli 2014

Ohne Wort' und ohne Schweigen läßt sich gut die Zeit vertreiben...LOL




Ich
 las gerade eben irgendwo im SpiriNetz, jenseits von Ego akzeptiere man sich mit allen Fehlern und Schwächen.
Nope - das trifft's nicht.
Jenseits von Ego heisst nämlich jenseits von Gut&Böse und Richtig&Falsch, da gibt es keine Fehler...
Akezptanz trifft weit eher auf das Ich diesseits von Ego zu, das im Individuationsprozess lernt, sich selbst mit all seinen sog. Fehlern und (Ich-)Schwächen, die auf der personalen Ebene durchaus existieren, anzunehmen. Akzeptanz und Annahme ist nur eine Vorstufe...


Wahr ist: Jenseits von Ego habe ich schlichtweg keine Fehler und Schwächen, weil ich nicht mehr mit Fehlerhaftigkeit bezw. Wertung identifiziert bin und ich sehe im konkreten Hier&Jetzt auch bei anderen Menschen keine Fehlerhaftigkeit. Fehlerhaftigkeit oder Schwächen sieht nur der Verstand, der sich re-flektierend und permanent um Wertung bemüht aus der Gegenwart des konkreten Hier&Jetzt verabschiedet. Re-flektierend sammelt er sozusagen "Beweise", um sich ein (realistisches) Bild zu machen von seinem Gegenüber. Sich ein Bild von einem Menschen zu machen ist auf der personalen Ebene nichts Schlechtes und ganz normal. Kommt auf das Bild an..., wenn es dazu dient, mich selbst zu erhöhen, indem ich mein SELBSTbild auf Kosten eines anderen repariere... nope.

Wenn ich keine Fehler sehen kann, warum ich (dennoch) bei anderen Menschen Schatten wahrnehmen könne, wurde ich mal gefragt.

Schatten sind keine "Fehler". Ich weise in der Regel auf die  psychologischen Abwehrmechanismen hin, die wiederum auf verdrängte unbewußte Inhalte (Schatten) hinweisen. Ich weise auf das hin, was dem Erkennen der Vollkommenheit im Wege steht.
Dass ein sog. Erleuchteter stets und immer (!) nur Vollkommenheit in allem sehe, ist eine Mär, ein Mißverständnis.
Es genügt, dass man einmal erkennt, dass ICH als  alles, was ist, vollkommen und perfekt ist. Einmal!
Ein einmaliges Erkennen  - mehr kriegst du nicht, mehr brauchst du nicht. Du kannst deine geistigigen Erkenntnisse, deine "Geistesblitze" nicht festhalten!
Das Problem ist wie immer der Verstand, der die geistigen Erkenntnisse für sich vereinnahmt und aus der Erinnerung daran eine "Geschichte" und einen Glaubenssatz macht, obwohl die Erfahrung selbst schon längst wieder ins Chaos zurückgesunken ist.

Das Problem ist: Nach jeder "Erleuchtung",  jeder tiefen Ein-Sicht erfolgt nämlich die Leere des Nichtwissens und diese Leere kann der unerlöste Egomind nicht ertragen. Er kann von seiner Erfahrung nicht loslassen und bastelt sich dann flugs seine Glaubenssätze und Ansprüche, wie z.B. die Vollkommenheit in Zukunft immer und überall in Allem und Jedem  "da draussen" (!) wahrzunehmen oder wahrnehmen zu müssen. Dann geht er nicht selten auch noch seinen neuen GLauben missionieren: Hey, du bist vollkommen, du bist perfekt, du bist schon erlöst, befreit, erleuchtet - es gibt nichts zu tun.. und pflanzt seine Glaubenssätze in die unschuldigen Gemüter, die fortan glauben, die Hände in den Schoß legen zu können.
Sein oder Nichtsein - diese Frage hat sich infolge für diese Gläubigen erledigt und der Unterschied zwischen Bewußtheit/Sein bzw. Sei-en  und dem billigen Glauben-als für-wahr-halten wird sich ihnen niemals auftun - weil es nämlich dazu ein Gewahrsein braucht, welches nicht durch Glaubenssätze, sondern im schmerzhaften Loslassen von (allen!) Glaubenssätzen und (allen!) Überzeugungen errungen wird.
Ohne diese Apokalypse gibts auch keine Auferstehung!
Der geistig Wiedergeborene haftet nicht (mehr) an seinen Ein-Sichten, er hat gelernt, die Leere des Nichtwissens zu ertragen, die aus dem Loslassen aller Erfahrung und Erleuchtungen entsteht - deshalb fließt das LEBEN und sprudelt die Quelle und das Füllhorn des wahren LEBENS wird paradoxerweise niemals leer.
Die Leere des Nichtwissens ist synonym mit der Leere durch die Abwesenheit des Egos.
Das christliche Kreuz symbolisiert das "Switchen" des erlösten und befreiten Bewußtseins/IchSELBST des wiedergeborenen Menschen,  der mit beiden Beinen in Zeit und Ewigkeit steht.
Statt Zeit (horizontal) und Ewigkeit (vertikal)  könnte man  ebensogut von einem permanenten Switchen zwischen  "Anwesenheit"   und "Abwesenheit"  sprechen - ist nur ein weiteres babylonisches Synonym, welches das EINE a n n ä h e r n d  beschreibt...

Ich wiederhole es noch mal: Jede Beschreibung der WAHRHEIT ist nur deshalb "annähernd", weil man das Paradoxe nicht beschreiben kann. Die Sprache selbst ist ein Trennwerkzeug und kann daher niemals EINHEIT (jenseits der Gegensätze) beschreiben! Das Paradox erkennen, heißt Einheit erkennen.  (Das Paradox besteht immer immer in der Erkenntnis,  dass das Objekt der Erkenntnis sowohl ist als auch nicht ist bezw. weder dies noch jenes ist.)

Der oftmals belesene, aber immer noch rechtschaffenheitsvirusversüffelte Spiritant macht aus dieser Unbeschreibbarkeit oder "Unwörterbarkeit"  - und nicht selten auch aus seiner Unfähigkeit, die eigenen Erfahrungen zu beschreiben, (so man überhaupt hat!)  - ein moralisches Gebot und einen Vorwurf der Hybris gegenüber Menschen, die versuchen, ihre spirituellen Einsichten  a n n ä h e r n d   zu beschreiben.
Das Schweigen, was da mitunter selbstgerecht und streng angemahnt wird, wird nicht durch Mundhalten bewirkt resp. dass man damit aufhört, Worte zu machen und  die Dinge  a n n ä h e r n d  zu beschreiben - das Schweigen ist in WIRKLICHKEIT  das Schweigen, welches  im dynamischen Vorgang des Erkennens durch eben die Erkenntnis der paradoxen WAHRHEIT (EINHEIT) immer wieder ganz aus sich SELBST entsteht.

Dieses Schweigen ist anderen Menschen weder auffällig noch miitteilbar.  Der SeinsTourist, der mir neulich den Vorwurf des zuviele Worte-Schreibens machte, erkennt nicht,  dass mein Schreiben ein Teil meines Erkenntnisvorgangs ist. (s.a. die Symbolik der Escherhände), was mir wiederum zeigt, das das, was er sein SEIN nennt, ein Konzept ist und kein wirkliches SEI-en. Es ist nämlich unmöglich, bewußt und willentlich (he?)) zwischen Nichtsein, d.h. dem Tod im Sinne von Unerlöstheit und  SEIN als dem wahrem LEBEN zu "switchen".  Das kann zwar mal passieren, aber nur durch Gnade, niemals durch den Eigenwillen.
Das REINE "Switchen" ist nur dem erlösten und befreiten Ich zu eigen, welches seinen Eigenwillen und die Kontrolle so komplett aufgegeben hat, dass es genügend Gewahrsein entwickelt hat, um das Switchen überhaupt zu bemerken.

Das Schweigen also, von dem ICH spreche ist die Stille bzw. nichts anderes als die dynamische Leere des Nichtwissens   - wie immer paradox und daher nur  a n n ä h e r n d  beschreibbar: OHNE Worte - OHNE Schweigen.



Roberto Assagioli zu Erwachen und den Folgen:

„Das sich Öffnen einer Verbindungstür zwischen Persönlichkeit und Seele und die Wogen von Licht, Freude und Energie, die diese Öffnung begleiten, führen oft zu einem wunderbaren Gefühl der Befreiung. Die inneren Konflikte und Leiden und die psychischen und körperlichen Störungen verschwinden manchmal erstaunlich schnell wieder.

… In solchen Fällen führt das spirituelle Erwachen zu einer echten Heilung.

…Wenn die Psyche zu schwach und nicht ausreichend vorbereitet ist, um dem spirituellen Licht standhalten zu können, oder wenn der betreffende Mensch zu Anmaßung und Egoismus neigt, kann es sein, dass er das innere Erlebnis falsch interpretiert. Es kommt sozusagen zu einer „Verwechslung der Ebenen: Der Unterschied zwischen dem Absoluten und dem Relativen, zwischen dem höheren Geist und der Persönlichkeit wird nicht erkannt, und die spirituelle Kraft kann dann zu einer Schwärmerei, zu einer „Aufblähung“ des persönlichen Ichs führen

…Einer der Patienten an der psychiatrischen Klinik von Ancona, ein sympathischer Alter, beteuerte ruhig, aber beharrlich, er sei Gott.

…Der verhängnisvolle Irrtum all jener, die solchen Illusionen verfallen, besteht darin, dass sie ihrem noch nicht geläuterten persönlichen Ich die Eigenschaften und Kräfte des absoluten Geistes zuschreiben."


‎Samstag, ‎19. ‎Juli ‎2014


PS: Ich versuche ab heute, meine Texte täglich zu veröffentlichen, es sammelt sich sonst zuviel an und das Editieren und Bilderbearbeiten ist mir im Moment zu zeitraubend, vielleicht wird sich das Layout überhaupt ändern...






Freitag, 18. Juli 2014

In die off'ne Weite geht ein Herz, das in der Wahrheit steht.





Herzöffnung

Ich habe gehört, Karl Renz habe einmal während eines seiner Karl-Talks (sinngemäß) gesagt, wer ein offenes Herz habe, sei bei ihm fehl am Platz.  Ein kleiner Scherz? Was mag er damit gemeint haben?

Solcherlei Reden verraten in meiner Sicht Unwissenheit und Unerfahrenheit mit den Bildern des Unbewußten.
Wenn etwas hybride ist, dann ist es m. E. dieser Mißbrauch von "heiligen" Sinnbildern und  diese Schnoddrigkeit gegenüber dem "Heiligen Herzen Jesu", eine christliche Metapher, die in Karl Renz wohl kaum jemals  lebendige WIRKLICHKEIT geworden ist. (Falls doch, dann hat er mit einer solchen Bemerkung in seinen in dieser Hinsicht unerfahrenen Anhängern den Glauenssatz bewirkt: Herz, Gefühl, Heilung ist unwesentlich.


Offene Weite ... nichts von heilig?
Es ist nicht möglich, sich über das Heilige auf diese billige Weise lustig zu machen, auch wenn es von "oben" gesehen einer himmllischen Komik nicht entbehrt, die mitunter auch gerne mit "Entsetzen Scherz betreibt"...LOL!

Die "offene Weite der Bewußtheit oder des Gewahrseins" ist auch deshalb offen, weil ES jenseits von Heiligkeit ist - d.h. das geschlossene Gut&Böse-System ist mit dieser letzten "Überwindung" des sog. Heiligen  resp. des spirituellen Egos, welches mit Heiligkeit identifiziert ist,  vollends transzendiert.


Offene Weite - nichts von heilig:
Wer seine sog. Schattenarbeit nicht gemacht hat, d.h., wer die numinosen Schichten des Unbewußten nicht durchdrungen bzw. sich von ihnen nicht durchdringen ließ,  hat kein Recht, die tiefe Erkenntnis und Wahrheit, die in dieser Aussage/Bewusstseinserweiterung liegt, für sich zu beanspruchen und Liebe, Herz & Heiligkeit im   v o r n h i n e i n   als bedeutungslose "Romantik" zu belästern, wie es manchmal zu lesen ist bei gewissen Neo-Adepten, die das Pferd von hinten aufzuzäumen pflegen.
Die offene Weite der Bewußtheit oders des Gewahrseins ist nicht zuletzt synonym mit der Offenen Weite des Herzens!

Romantisch und sentimental hingegen erachte ich das Ideal des spirituellen HerzensGutMenschen, der sich mit dem Heiligen als dem  G u t e n   identifiziert und  annimmt, ein Guter Mensch mit einem  guten Herzen sei das Nonplusultra an Spiritualität. Der spirituelle Gutmensch kommt nie auf den Gedanken, dass gerade seine  Identifikation mit dem Guten das Hindernis darstellt, welches der Herzöffnung im Wege steht.

Ich habe es woanders schon einmal gesagt: Auch der mit der kosmischen LIEBES-Erleuchtungserfahrung  identifizierte Adept in seiner Liebe und Verbundenheit mit der Schöpfung wird letztlich von seiner  "großherzigen" Liebe zu den Geschöpfen ablassen müssen. Aus dem "Letztgültigen Blickwinkel" heraus ist diese Identifikation - ohne sie abwerten zu wollen -  insofern "romantisch", als die Liebe zu den Geschöpfen/Schöpfung tatsächlich das letzte große Hindernis auf dem Weg der Herzöffnung darstellt.

Die herzliche Verbundenheit mit den Geschöpfen wird oft mit der Großen Einheitserfahrung (Mensch-Gott-Hierosgamos) verwechselt. Diese "enge"  Verbundenheit liegt aber noch auf der psychischen, der seelischen Ebene und auch diese muss transzendiert werden, d.h. er wird nach einem finalen Kampf noch einmal sterben müssen und ein leztes Mal lassen, was ihm das Liebste ist: Seine Verbundenheit mit den Geschöpfen resp. sein herzensgutes Ichideal.
Mit der letzten Identifikation fällt auch die letzte Bastion von Begrenzung... Erst jetzt geht dein Stern auf, jetzt ist das göttliche Kind geboren -  in die unbegrenzte, offene, weil  unkategorisierte, eigenschaftslose, unklassifizierte Weite des ICH BIN-Bewußtseins - nichts von heilig.
Und auch nichts von unheilig.

Der Prozess der Herzöffnung geht einher mit dem, was man wohl woanders auch Chakrenöffnung nennt. Man kann ihn nicht isoliert betrachten. Herz und Verstand sind auf dem spirit. Weg in Balance zu bringen und die Einheit, der Große Hierosgamos ist letztlich ja auch die Hochzeit von Rechtshirn und Linkshirn,  männlich-weiblich, Ebony & Ivory,  -  die Hochzeit aller Gegensätze.
Herzöffnung geschieht auf dem Weg der Heilung/Individuation, ein Prozess,der sich oftmals über Jahre hinzieht und  den man vor allem erst einmal körperlich wahrnimmt, ohne zu wissen, was da vor sich geht. Viele Menschen bekommen regelrechte Herzprobleme, deren Symptomatik manchmal an Herzinfarkt erinnert und die sich mit dem Letzten Akt der Hingabe auflöst.


Neo-Advaita

hat wie alles in der Welt seine Berechtigung und existiert wie alles übrige auf der Welt nur für mich. Dass ich mich an ihm reibe... LOL!


Lügen

Nochmal zur Auffassung, man könnte jenseits von Ego nicht mehr lügen, man käme ins Stocken, wenn man lügen wolle (s.a. Video Forum Erleuchtung 2014)

Wie ich oben schon sagte, gibt es Jenseits von Ego  keine Angst, weshalb das Lügen aus Angstmotiven heraus schon mal wegfällt.. Dennoch ist diese Aussage viel zu eindeutig, als dass sie WAHR sein könnte. Ich würde also mein obiges Statement heute folgenderweise modifizieren und korrigieren:

Es besteht zwar keine Notwendigkeit zu lügen, aber  - und jetzt kommts: es besteht auch kein Grund,  n i c h t  zu lügen. Das was jenseits von Ego spontan gesagt wird, wird schlichtwegs keiner Wertung mehr unterzogen. Gut-Böse, (relative) Wahrheit-Lüge hat hier keinerlei Bedeutung. Alles was man sagt und tut, ist weder richtig noch falsch, aber in jedem FAlle "wohlgetan", egal, was ein anderer Mensch in deinen Worten als Wahrheit oder Lüge erkennen mag. Jenseits von Ego ist man, was seine Worte und Handeln angeht, schlichtweg unberechenbar, es gibt keinerlei (ethische oder moralische) Prinzipien mehr, und ohne unmoralisch zu sein, ist es dann sogar möglich, dass du dem Polizisten, der dein Auto anhält und fragt, ob du Alkohol getrunken hast, spontan mit Nein antwortest, obwohl es nach den allgemein herrschenden Gut-Böse-Kriterien gelogen ist....und wenn der Wind günstig steht, dann nimmt der Polizist dir das sogar ab! LOL! ***
Hört sich bekloppt an? Aber alles ist möglich. ALLES!

OK, ich selbst besitze kein Auto, ich gestattete mir bewußt eine unstatthafte Hypothese, eine Vorstellung, die es in meinem Bewußtsein des Nichtwissens eigentlich nicht gibt. (haha, das Wörtlichen "eigentlich" hat eine größere Bedeutung und Berechtigung als Frau Gott ihm nehmen will)) Da ich mir aber der Unstatthaftigkeit von Hypothesen bewußt bin, gestatte ich mir Hypothesen als REINE Gedanken-SPIELE, die ich mir leisten kann, weil ich weder mit Gedanken noch mit Hypothesen identifiziert bin...LOL!


Fazit:

was das "Stocken" angeht, kann es kein Stocken geben, weil Spontaneität kein Zögern kennt.


Wieder einmal wird mir klar, dass man über das Sein jenseits von Ego keinerlei eindeutige Aussagen tätigen kann über das sog. "Unwörterbare"... Ich falle auch immer wieder drauf rein; trotz der Erkennis des grundlosen Grunds sucht der Verstand immer noch nach Gründen und Entweder-Oder-Eindeutigkeiten...  letzte Zuckungen...


Überwindung

Der asketisch-christliche Begriff der "Überwindung" kann m.E. mit dem im Buddhistischen üblichen Begriff des "Darüberhinausgehens" gleichgesetzt werden. Es handelt sich bei der sog. Überwindung nämlich keineswegs um eine moralische Kategorie, bei der man sich etwas versagt, sondern im Original handelt es sich um das Darüberhinausgehen in der  Überwindung  der Gegensätze.
Woanders sagt man auch gern transzendieren dazu.
Wer die Gegensätze in ihrer Einheit erkennt, ist über sie hinausgegangen, hat sie überwunden.

Jenseits von Ego erfahre ich die Welt in  einem ständigen Prozess von Ver-EINfachung von Innen heraus:  Alles - die Gegensätze, Polaritäten, die Worte werden in die Einheit zurückgeführt. Alles offenbart sich. Insbesondere klärt sich die babylonische Sprachverwirrung.
Am Anfang war das Wort. EIN Wort.




***(Arrrrgh - Spiri-Gutmensch, schon hör ick dir betroffen trapsen: Wie unmenschlich und empörend ist das denn? Das ist aber nicht erleuchtet! Ich will aber doch berührbar bleiben, meine Prinzipien pflegen, bei der Wahrheit bleiben, ethische Grundsätze hegen..... usw.

LOL!
Prinzipien und Grundsätze gilt es auf dem spirituellen Weg grundsätzlich als Hindernisse zu erkennen, die dich daran hindern, das fließende LEBEN zu SEIN. Ein ganz harter Brocken für den rechtsschaffenheitsvirusverseuchten Moralapostel. LOL!

Freitag, ‎18. ‎Juli ‎2014

Donnerstag, 17. Juli 2014

"Graus seid ihr mir, getünchte Gräber!" schalt Jesus einst die Pharisäer

Flämischer Meister
Jesus spricht vor den Pharisäern



Schattenarbeit.


Ein Beispiel für Transformation von sog. Schwächen bezieht sich auf meine sog. Bindungsunfähigkeit, die ich aufgrund Fehlens einer konstanten Bezugsperson in meiner Kindheit entwickelte.  Das lieblose Wort Unfähigkeit wurde im Verlauf des Individuationsprozesses vollkommen aus meinem EigenschaftsKatalog  gestrichen, weil es Abwertung implizierte. In diesem Fall wertete ich die Unfähigkeit in Bindungsangst um.
Nachdem ich diese unter die Lupe nahm, entpuppte sich die Angst als  Trennungsangst. Das war stimmig und damit konnte ich viel besser umgehen  und meine Angst und frühen verdrängten Schmerzen intensiv fühlen und liebevoll annehmen. Diese Annahme wiederum transformierte die Trennungsangst  in eine neutrale Bindungslosigkeit. Mit solchen Akten der Annahme wurden nach und nach sämtliche Ängste ans Licht des Tages geholt und aufgelöst.
Ich möchte noch hinzufügen, dass ich keine Anleitungen zur Transformation gelesen hatte, alles entwickelte sich letztlich aus der Kapitulaltion des Ichs und  der Hingabe an den Prozess aus sich SELBST heraus. (Vor allem lief alles über das Fühlen, ich fühlte den Worten, den abwertenden und aufwertenden Begriffen nach,  mit denen mich identifiziert war.)
 Damals konnte ich nicht in Worte fassen, was sich da in mir erereignete. (Gepostet am 15.07.2014 im Allmy-Forum)


Nimm dir das Leben

Als ich heute durch den Wald ging und ein paar Himbeeren pflückte und aß, fiel mir wieder einmal mehr die Leere auf, mit der ich die Natur betrachte und dass es daran liegt, dass kein Begehren mehr da ist.
Früher nahm ich immer Tüten mit, mit dem Ziel die Beeren pfundweise nach Hause zu tragen, heute pflücke ich mir ein paar süße Himbeeren am Wegesrand und esse nicht mehr, als sich mir gerade bietet, ohne gezielt zu suchen.
Ich suche gar nichts mehr im Außen..

Früher waren meine Augen immer auf der Suche, irgendetwas mußte ich immer mitnehmen aus dem Wald, irgendetwas brauchte ich immer, egal, wo ich war...
Immer ging es ums Habenwollen, ums Genießen, und wenn es eine schöne Aussicht war... Jetzt genieße ich nichts Äußeres mehr, alles wird mir von Innen her geschenkt.

In meiner frauenbewegten Zeit hieß ein Slogan: Wer nicht begehrt, der lebt verkehrt. Was mir im späteren spirituellen Kontext ein verwirrender Widerspruch schien, hatte damals durchaus Sinn. Die vor allem "schwarzpatriarchalische" Domestizierung und Zucht und Ordnung-Dressur hatte uns das Begehren ausgetrieben. Und so begann ich das verbotene Wollen, das  Begehren aus der Verdrängung zu befreien, ein Begehren, welches sich nicht auf Männer reduzierte bezw. auf Sexualität, sondern die ganze Welt umschloß. Reaching out, nannte ich es - oder Nimm Dir das Leben!
Schattenarbeit: Bevor das Begehren, das Wollen und Wünschen transzendiert werden kann, muss man es sich zunächt einmal bewußt machen - den meisten Menschen wurden ihre natürlichen Triebe des Wollens und Begehrens nämlich in der Kindheit ausgetrieben. Schattenarbeit resp. Schattenintegration ist die Weise, auf die das ("labilste") Ich stark genug wird, um schließlich transzendiert und auf einer höheren Stufe wiedergeboren zu werden.


Das Gute im Schlechten

1970 bekam ich während der Schwangerschaft eine Thrombose. Wegen vorzeitigem Blasensprung mußte ich ins Krankenhaus.  Ich durfte wochenlang nicht aus dem Bett steigen, nur im Halbsitz essen.. die Schmerzen und die Schwellung am Bein hat man nicht ernst genommen.  Erst nachdem das Kind geboren und ich entlassen war und wieder laufen durfte, schwoll das Bein wie verrückt an und ich bekam Zinkleimverbände. Fortan litt ich unter Postthrombotischem Syndrom und ein Krankenhaus-Arzt sagte mir anläßlich eines wiederholten Erisypels (Blutvergiftung) am li. Bein , ich müsse unbedingt auch kleinste Verletzungen an den Beinen vermeiden und außerdem damit rechnen, jederzeit eine Lungenembolie zu bekommen. Hah!
Dieser "fürsorgliche" im Grunde unverantwortliche ärztliche Rat hat mich dahingebracht, mich bei jedem Beinschmerz dem Tode nah zu wähnen, was sein Gutes insofern hatte, dass ich mich noch intensiver mit Tod und Sterblichkeit auseinandersetzte und somit meine Bereitschaft der Hingabe und des Loslassens trainierte.

Unbeschreibbar

Die Unbeschreibbarkeit des Seins jenseits von Ego sorgt ob ihrer Paradoxität immer wieder für heftige Reaktionen unter den Gutmensch-Spiritanten und -spiritussen.
Beispiel:
Es gibt nichts mehr, was ich gerne tun würde.
Es gibt aber auch nichts mehr, was ich nicht gerne tun würde.
Bei Punkt 1 schreit der Spiri-Gutmensch laut auf: Das ist nicht erleuchtet, das ist unmenschlich! Punkt zwei dagegen akzeptiert er ohne weiteres...

Es gibt nichts mehr, was ich über mich aussagen könnte. Ich kann z.B. nicht einmal sagen, dass ich mich wohl fühle, weil es keinen Augenblick gibt, in dem ich mich unwohl fühlen würde. (Wohlfühlen bezieht sich hier auf das psychische, nicht auf körperliches Wohl- oder Unwohlsein, das kommt mitunter auch vor.)
Ja, und deshalb kann ich über mich auch nicht aussagen, dass ich erleuchtet wäre!  D a s   ist der einzige Grund, warum sog. Erleuchtete nichts über ihren erleuchteten Bewußtseinszustand aussagen können!
Aber auch daraus hat das niedrige Ego-BW wie es seine Art ist, eine moralitäre Verhaltensvorgabe gemacht,ein Kriterium, ein Merkmal von Demut vor Gott, aber besonders vor den Menschen: Ein wahrhaft Erleuchteter sagt niemals, dass er erleuchtet ist. Denkt man.. - ein Erleuchteter sagt aber auch niemals, dass er  n i c h t  erleuchtet ist, LOL!


Der Begriff der Erleuchtung

ist mittlerweile so abgelutscht und abgegriffelt, dass keiner ihn mehr in den Mund nehmen mag.
Ich selbst habe zwischen Erwachen und Erleuchtung nie einen Unterschied gemacht. Die erste Erleuchtung oder ein erstes Erwachen zu meiner "wahren Natur" war vor vielen Jahren die Erfahrung des Ur-Geborgenseins in der bedingungslosen Kosmischen Liebe,  - eine tiefgreifende und umwälzende Erfahrung, die der bedingungslosen Kapitulation des Egos entsprang. Diese Erfahrung ebnete  mir den Weg zu dem, was man auch Bhakti-Yoga nennt, den Weg der Hingabe - meine Hauptstraße, in den alle anderen sog. Yoga-Wege einmündeten und sich zu einer Einheit verbanden.
In meiner Definition von Erleuchtung gibt es nichts als "Geistesblitze". Am Anfang hauen sie dich noch um, später, param advaita,  wird es zum ganz "gewöhnlichen" SEIN.

Paradox: Ess ist keineswegs so, dass, wie man allgemein glaubt, das Unbeschreibbare in jeder Hinsicht jenseits aller Worte wäre. Es gehört zur intellektuellen Integration, dass man die geistigen Erkenntnisse soweit als möglich in Klarheit und Wahrheit wiedergeben kann.


Lüge und Wahrheit

Zum Video Forum Erleuchtung 2013. Gleich zu Anfang höre ich von einigen der Lehrer-Teilnehmer, sie könnten seit ihrem Erwachen nicht mehr lügen. Immer wenn sie lügen wollten, kämen sie ins Stocken: ... äh...äh... (Publikum lacht)
Ich kann nicht mehr lügen... Tja - das kann nicht anders als gelogen sein...LOL!

Ich drücke es mal so aus:
Im Sein jenseits von Ego hast du keine Angst mehr, deshalb fällt der meiste Grund fürs Lügen einfach flach. Du sagst spontan die Wahrheit oder auch die "Unwahrheit".
Weil: Man nimmt es,  - um es ausnahmsweise einmal mit Edgar Hofer zu sagen - "nicht mehr so genau".  Fragt mich jemand, ob ich verheiratet bin, was öfter vorkommt, dann sage ich mal ja, mal nein. Tatsache ist, dass ich seit über 10 Jahren in "Trennung" lebe und mein Männlein in Algerien so tief verschütt' gegangen ist, dass es die Scheidungspapiere nicht unterschreiben konnte bzw. wollte  - und mir außerdem mein Status inzwischen ziemlich scheißendrrreckmirrregalllo ist.

In dieser Hinsicht mache ich also nicht mehr viele Worte. Als mich letztes Jahr mal jemand fragte, ob mein Begleiter (Kerl Allmächtig) , mit dem ich gesehen wurde, mein Ehemann sei, habe ich das kurz und bündig bejaht. Dies hat mir weder etwas gegeben noch etwas genommen (an Reputation z.B.)
Es ist gleich gültig, egal, was ich sage; ich habe einfach kein Image mehr zu polieren, weder den unverheirateten noch den verheirateten Status gibt es mehr zu verteidigen. Bis zu meiner Heirat am Vorabend der neuen Zeitrechnung, dem 10.September 2001 war ich stolz, eine ledige Mutter und "Freifrau" zu sein und dass ich tatsächlich geheiratet habe, hatte ich mir streckenweise sehr sehr übel genommen, so übel, dass ich nicht lange danach die Scheidung eingereicht habe und einen Haufen Geld dabei verloren habe... Finanziell gesehen war die Heirat und die noch nicht vollzogene Scheidung für mich ein reines Verlustgeschäft. Aber bei Gott, was diesbezüglich an innerer Auseinandersetzung ablief, läßt sich mit Geld nicht aufwiegen...! (Wie nicht anders von mir zu erwarten war, hatte ich einen ziemlich Pösen Puben geheiratet... LOL)

Um es kurz zu machen: Lüge oder Wahrheit - diese Frage hat sich jenseits von Ego total erledigt. Du sagst einfach, was dir spontan in den Sinn kommt, die relativen persönlichen Wahrheiten, an denen man so geklebt hat und mit denen man sich identifzierte, spielen keine Rolle mehr. Da ist weder ein Erklärungs- noch ein Rechtfertigungsbedürfnis... da ist kein Image, kein Selbstbild mehr, was es nach außen hin zu vermitteln und zu profilieren gäbe. Du bist ein "ungerahmter" Mensch ohne Eigenschaften und ob man dich für eine Madam oder eine Hure hält, ist dir jetzt Jacke wie Hose.

Und zu guter Letzt: Im Sein jenseits von Ego gibt es keine Automatismen und es ist tatsächlich gar nicht möglich, (spontan!) lügen zu  w o l l e n . Und da ist auch nichts, was dich in dieser Hinsicht stocken ließe. Wenn du tatsächlich lügen willst und du wirst dir dessen bewußt (äähm...usw), dann ist da einfach keine Spontaneität, sondern, wie es sich mir darstellt,  könnte das, was dich stocken läßt, immer noch eine gewisse Angst bzw. der reflektierende Verstand sein.

Ein Kriterium der Inneren Freiheit:
Im Sein bist du der relativen Wahrheit und der allgemeinen Moral nicht mehr zwanghaft verpflichtet, hier fallen Lüge und Wahrheit in die Rubrik der unstatthaften Wertung, genau wie Negativ und Positiv, Gut und Böse usw. - In der Leichtigkeit des SEINS ist das, was immer du auch spontan (!) tust und sagst, weder gut noch schlecht, sondern wohlgetan und wohlgesagt und überhaupt kein Anlaß, sich darüber Gedanken zu machen. Die Wertungen (schlecht oder gut)  kannst du getrost den anderen überlassen...LOL! BEsonders das spirit. Gutmensch-Ego wird sich deiner Worte und Taten  gerne annehmen und dich  der hybriden, anarchistischen Umtriebe zeihen... ha ha ha...


Und so sehe ich auch auf dem Forum Erleuchtung wie der Verstand des erlauchten Lehrergremiums wie es so seine Art ist,  zu Pauschalisierung und Verallgemeinerumg neigt:  "Man lügt nicht mehr", man tut dies und jenes nicht mehr... wobei man  übersieht, dass man jenseits von Ego im eigenschaftslosen Sein  per se keinerlei eindeutige Aussagen machen kann.

Man kann nicht mehr lügen...? Mir liegt es fern, die Menschen abzuwerten in ihren spirit. Erfahrungen oder Wahrnehmungen, aber grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass der spirituelle Sucher/Finder sich der Finten seines Verstandes solange nicht gewahr wird, als er noch nicht den finalen Tod gestorben ist. Wer wirklich über den Jordan und am Anderen Ufer angekommen ist, der kann sich m. E.  nicht mehr so schnell solcher Worte bedienen - auch wenn man es nicht mehr so "genau nimmt".
Der Verstand ist nicht nur ein flinker, sondern auch ein linker Geselle:  er fixiert aus deiner authentischen spontanen Erfahrung des "Nichtlügen-Könnens" - bessser gesagt, des Wahrheitsagens - sofort eine feste Eigenschaft: die des nicht-lügen-könnens. Deshalb wäre das "Stocken" sehr kritisch zu betrachten, möglicherweise handelt es sich schlichtweg um den  reflektierenden Verstand, der eine authentische Erfahrung für sich vereinnahmt und nun den Glaubenssatz (inclusiv "Gewissen")  übernommen hat, dass er nun nicht mehr lügen könne.
Im Sein, d.h. im GeWAHRsein sieht man nur Wahrheit und sagt man nur Wahrheit. Diese Wahrheit aber ist rein subjektiv und nicht von und vor anderen Menschen als Lüge oder Wahrheit verifizierbar. Das Wort "Lüge" ist hier absolut bedeutungsleer.

Es stimmt schon: Vieles kommt einem nicht mehr so ohne weiteres über die Lippen. Ich selbst gerate grundsätzlich dann ins Stocken, wenn ich über mich selbst sprechen will. Es wird mir immer unmöglicher, denn alles, was ich über mich sage, könnte ich sofort wieder dementieren, weil es fast zeitgleich als nicht wahr erkannt wird, LOL!
Wenn ich Abaelard beispielsweise erzähle, dass ich mir zwar über eine Operation der HWS-Spinalkanalstenose Gedanken mache, (machen  s o l l , sagte mir der Doc vorgestern, hahaha!) aber andererseits die Diagnose keine Rolle für mich spielt, weil ich nicht an Diagnosen "glaube", dann gerate ich in höchsten Erklärungsnotstand und ich fange an zu stottern, zu lachen und zu lispeln... es geht nicht, es geht einfach nicht mehr...ganz egal, was immer ich auch von mir sagen will.
Und doch kann der Verstand nicht von seinem Laster ablassen, zu erklären...  Das ist so, weil...
Erklären ist im Chinesischen ein Synoynm für vergeblich.
LOL!


Focussing!

Focussing war auch etwas, was sich bei mir infolge der permanenten Selbstbeobachtung von Selbst einstellte. Dies fiel mir auf, als ich vor vielen Jahren das Buch von E.Gendlin kaufte, um das Focussing zu erlernen. Ähnlich ging es mir Jahre später, als ich meine "Faulheit" zu überwinden trachtete und mich entschloss, endlich Achtsamkeit zu erlenen;  nach ein paar Seiten fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich das gar nicht mehr "üben" muss, weil ich es schon jahrelang praktizierte. Babylon... 

http://www.amazon.de/Focusing-Praxis-schulen%C3%BCbergreifende-Methode-Psychotherapie/dp/3608890629/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1405410546&sr=8-3&keywords=focusing+eugene+gendlin

Dass ich jetzt noch ein weiteres Mal auf  Focussing komme, habe ich Colin Wilson zu verdanken, der das Vorwort zu Stephen Wolinsky's Quantenbewußtsein schrieb. Das Buch nahm ich mir mit, als ich gestern zum Doc ging, um mir ein Massagerezept abzuholen und um die Wartezeit zu überbrücken. Gleich auf der zweiten Seite lese ich im Vorwort:

"Meiner Meinung nach ist eine der interessantesten Entwicklungen der letzten Zeit die Technik des "Fokussierens", die von Eugine T. Gendlin entwickelt wurde. Beim Fokussieren bringt man dem Patienten als Grundlage bei, in sich selbst u blicken und zu versuchen, das Wesen seines Unglücks zu "fokussieren" und es mit Worten auszudrücken. Das hat natürlich etwas gemeinsam mit Freuds "Therapie durch Gespräch", es ist eine Technik, die für Schriftsteller ganz natürlich ist -insbesondere für Lyriker: Man lernt, seine Probleme auf Papier auszugießen und sie so aus seinem System zu verbannen.

All dies zeigt, dass es so etwas wie "Originalität" in der Psychologie nicht gibt. Die Psychologie ist schließlich die Wissenschaft von der Seele und jeder, der zu einer genauen Beobachtung fähig ist, wird unvermeidlich dieselben fundamentalen Wahrheiten erkennen."

Colin Wilson, der das Vorwort schrieb ist übrigens der Verfasser von "The Outsider", deutsch: Außenseiter. Ob dieses Buch noch am deutschen Markt zu haben ist, weiß ich nicht, auf jeden Fall war es ein Buch, welches mich unwahrscheinlich gestärkt hat und mich auf "going my own way" hielt. Allen sog. Außenseitern, den  Menschen, die sich so fremd in dieser Welt fühlen, kann ich es nur wärmstens ans Herz legen.


Tat vam asi

Das bist Du. Auch das gibt es in zwei Versionen: Einmal im personalen Individuationsprozess, wo du dich mit allen Menschen identifizierst und alles, was Menschen im Guten wie im Bösen ausmacht, in dir selbst erkennst. Ist der persönliche Bereich, das Unbewußte letztlich geläutert und transzendiert erkennst du in der Einheit mit Gott: ICH BIN.
Das BIN ICH. In der Einheit gibt es keine Trennung, also auch kein "Du".
Die Tat vam asi-Erfahrung  entspricht sogesehen der ICH-BIN-Erfahrung in der Einheit mit Gott, bzw. der Erkenntnis, dass niemand anders als ICH Gott ist.



Mensch ohne Schatten?


Ein Mensch ohne Schatten bist du dann, wenn du ein Mensch ohne Eigenschaften geworden bist, bzw. dich als das göttliche eigenschaftslose  ICH-BIN-Bewußtsein nicht nur ein- oder zweimal im "Moment" erkannt, sondern auch  - param advaita - dauerhaft stabilisiert hast.
Vorausbedingung dafür ist, dass du deine Schatten, dein  Unbewußtes bewußt machst und integrierst. Daran führt kein Weg vorbei.

Interessant zu sehen, dass die Menschen mit den stärksten psychologischen Abwehrreaktionen am aggressivsten gegen Schattenintegration polemisieren. Der ideologisch dogmenverseuchte Spiri-Betonkopf leugnet schlichtweg, dass es bei ihm so etwas wie Schatten oder Unbewußtes überhaupt gibt. Sowas wie Schatten haben seiner Meinung nach nur andere, z.B. Leute, die in ihrer Kindheit "schwer auf den Deckel gekriegt" haben.  Die Häme, die mitunter daraus spricht, ist eine Verächtlichmachung aller Opfer (von Miißhandlung).  Pharisäisch sagt er im übertragenen Sinne: Herr, wie froh bin ich, dass ich  nicht so bin wie diese.
Ein solches Ego ist unfähig, zu erkennen, dass es selbst Opfer ist und sein ganzes Abwehrsystem im Dienste der Verdrängung eben dieser Hilflosigkeit und Ohnmacht  eines wehrlosen Opfers steht. Statt zu fühlen und bewußt zu machen,  projeziert er seinen Mangel und seine  Minderwertigkeitsgefühle und macht andere Menschen zu Opfern, indem er sie erniedrigt und sich auf ihre Kosten erhöht. Er hat keinen Zugang zu seinem Unbewußten, d.h. vor allem hat er keinen Kontakt mit seinem inneren Kind, dem Kind, was er einst war.  Deshalb auch muß er das innere Kind, das freie Kind in anderen bekämpfen: mit Häme, Spott und einer elitären Ansprüchlichkeit, der er selbst keineswegs zu genügen imstande ist.

Alles an ihm ist Pseudo: berechnende Pseuofreundlichkeit, Pseudointellektualität, Pseudogefühle, Pseudo-Spiritualität - alles in allem zeigt sich hier eine immense Gefühlskälte und eine geisterhafte innere Leere, die u.a. damit aufgefüllt wird, dass man sie spiritualisiert und damit zum Kult erhebt:

Auf diese Weise kann ein Neurotiker aus jeder  Not eine Tugend machen, z.B.. aus der Unfähigkeit, sich selbst zu fühlen und zu lieben macht er einen spirituellen Event der "Leere" und seine unheilige Gefühllosigkeit wird zur Heiligen Nüchternheit umgedeutet.
Und um sein Grab auch richtig schön zu tapezieren,  wird  eine  philosophische oder eine spirituelle "Schule", ein berühmter Name  (z.B. das Neo-Advaita, R. Balsekar, Nisargaddata usw.) ) dazu benützt, die Abwehr resp. Ego zu stärken, statt "konstruktiv" zu schwächen, wie es eine Schattenkonfrontation mit sich brächte.
Jetzt ist aus dem Herrn Jemand ein Herr Niemand geworden, und zwar einer, der was auf sich hält!
Ein getünchtes Grab.



Alles angelesen?

Klar habe ich viel gelesen, aber auch wenig verstanden, bzw. wo ich nicht intuitiv verstanden habe, da hatte ich mir meine Bilder/ Vor-Stellungen gemacht. Nun verifiziert sich alles "Angelesene" von innen heraus...

Es ist schon komisch, aus der Retrospektive zu sehen, dass ich früher wohl einiges über Transformation oder Psychosynthese und einiges mehr gelesen hatte, aber als ich mitten drin im Prozess war, erkannte ich von dem Gelesenen rein gar nichts wieder. Ich wußte nicht, dass ich mich z.B. in einem Schattenprozess befand - und dies auch deshalb, weil die Vor-Stellung und Bilder, die man sich beim Lesen macht, ganz und gar nicht der Wirklichkeit entsprachen.
Manchmal dauerte es Jahre und es dauert noch an, bis sich die Kluft zwischen der verkopften Vorstellung und der erfahrenen Wirklichkeit erkennend schließt.
Manchmal dauerte es sogar Jahre, bis ich das geeignete Wort für  die Vorgänge fand.

Heilung

Vollständig geheilt ist man, wenn man die psychologischen Abwehrmechanismen nicht mehr benötigt.
AMEN!



Selbstbezüglichkeit


Alles, was ich schreibe oder auch jemandem sage,  erkenne ich als selbstbezüglich, d.h. ich spreche und schreibe nur für mich, um  m i r   über die Dinge  Klarheit zu verschaffen. Es ist eine Art von Spiralen und ein Ringen um immer größere Klarheit.
Wenn ich mir z.B. jetzt gerade erzählen will, weshalb ich mich nicht mehr mit Büchern, Videos u.a. beschäftigen kann, dann nur deshalb, weil ich mir selbst klar werden will über den Gegenstand meiner Betrachtung und durch das Aufschreiben und Benennen auch häufig wieder völlig neue Erkenntnisse gewinne - ein Spiralen und ein Ringen um immer größere Klarheit (auch der Beschreibung).

Dass ich nach Input keinerlei Bedürfnisse mehr habe, beruht v. a. darauf,  dass mein Wissen nurmehr aus mir SELBST herauskommen will. Sicher lasse ich mich mitunter auch von außen befruchten, aber ich habe keinerlei "aktiven"  Wissensdurst mehr, keinerlei Neugierde, die von außen befriedigt werden wollte, weshalb Bücher für mich völlig uninteressant geworden sind. Ich will nicht mehr Wissen, als ich immer frisch und neu  aus mir selbst heraus gewinne.
Was Videos angeht, ist es nicht nur die CPU-Überhitzung, die mich davon abhält, länger als nötig reinzuschaun, sondern wie auch bei spirit. Büchern oder Forenbeiträgen setzt bei mir nach nur wenig Fremdtext sofort der Vorgang der Geisterunterscheidung ein, sobald ich auf eine Unstimmigkeit stoße - was mir wiederum als "Blogfutter" dient, d.h. aufgeschrieben werden will.... Wie überhaupt all mein Schreiben mir schon seit 60 Jahren nur dazu dient, mich SELBST mehr und mehr zu erkennen.
Manchmal ist es auch so, dass ich nach wenigen Minuten Text  angetriggert werde, aus mir SELBSt heraus den Faden, den ich im Außen aufgenommen habe, einfach nur weiterzuspinnen und -  aufzuschreiben.
Schreibend habe ich mich befreit und schreibend feiere ich meine Freiheit. Aus den frühren gemeinen Selbstgesprächen,  haben sich nun SELBSTgespräche der höheren Art entwickelt.



Ego, Gutmensch-Ego

Ein alter Bekannter brach den nach langer Zeit wieder aufgenommenen Kontakt zu mir ab, als ich ihm zu verstehen gab, dass seine edelsten Motive im Grunde selbstsüchtig seien.

Ein anderes "High-Light" brach den Kontakt ab, als ich ihm erklärte, sein Garten sei wirklich sehr schön und seine Beschneidung in der Tat FORM-vollendet, zeige mir aber, dass er die (wilde) Weiblichkeit in sich nicht integriert habe.
Außerdem sei er viel zu nett... Big Daddy... LOL




Karl Renz

Da läuft mir soeben der Zenblog über die Linse und ich lese erstmals, was K. Renz unter dem doch sehr unpassenden und mißverständichen Begriff der  Resignation versteht, den man bei seinen Anhängern öfters lesen kann.  Ich vermute mal, er meint dasselbe wie  Kapitulation (des Egos.) Aber bei Gott - "Resignation"  klingt so müde und sooo depressiv... jo, so ähnlich wie: Die Scheiße hört nie auf...LOL

Ja, das Ego kann durchaus des öfteren kapitulieren oder in selbstvergessenen Momenten beiseite treten, wenn es aufgehört hat, mit sich und anderen zu kämpfen...daher ist es durchaus möglich, dass ein Mensch dadurch auch öfter in das erwacht, was man SEIN nennt und sich der Seinsattribute seiner Wahren Natur bewußt wird: Alliebe, All-Präsenz, AllWeisheit
Wenn dieses Erwachen ihn jedoch nicht transfomiert und letztlich in ein dauerhaftes Gewahrsein bringt, dann bleibt er wie K. Wilber sagt, ein Tourist -  ein kleines VerstandesLicht ohne Strahlkraft.