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Dienstag, 29. Juli 2014

Die babylonische Verwirrung ist eine devlish Mind-Verirrung


Pieter Brueghel der Ältere


Teuflische Verkehrung

Wer mit dem inneren (und äußeren) Aggressor identifiziert ist, ist demententsprechend auch täter-opfer-konfusioniert. Der kann auch nicht unterscheiden, ob jemand auf Schatten hinweist oder ob einer projeziert und im draußen die eigenen Schatten bekämpft.
Ein solcher Mensch geriert sich in seiner Rüstung von dekorativer Selbstgerechtigkeit gern und publikumswirksam als St. Michael der Drachentöter, Retter der Enterbten und Rächer der scheinbar Erniedrigten & Beleidigten. Blind wie ein Maulwurf , ahnungslos weil unbewußt ist er so recht der Verteidiger des Egos, der Verteidiger von Unehrlichkeit, Stolz und sämtlicher sog.  7 Todsünden. Wer auf  Schatten ("Sünde") hinweist, wird von ihm gnadenlos zur Sau projeziert. Seine Rüstung ist eine militante psych. Abwehrstruktur und der Motor die Angst.

So ein "Engel der Dunkelheit"  lebt als Schattenkämpfer die  dunkle Seite des St. Michael- Archetyps, indem er den eigenen Schatten auf andere projeziert und in diesen anderen zu bekämpfen sucht.  Er ist der mit den meisten Leichen im Keller  und - immer bereit, sich mit anderen ebenso aggressorinfizierten Pseudo-Leidenden projektiv zu identifizieren, projeziert er auch seine Angst vor dem Licht der Bewußtwerdung (Schatten) und kämpft um nichts mehr, als die Dunkelheit der Verdrängung nicht nur in sich, sondern auch in anderen Menschen aufrechtzuerhalten. Immer in der Annahme, er tue das Gute.


All dies wird aber m. E.  jeder Mensch mehr oder weniger auf seinem spirituellen Weg  konfrontieren müssen; dass man  die dunkle von der hellen Seite nicht unterscheiden kann, den Täter für das Opfer und den Engel für den Teufel und den Teufel für den Engel hält, ist (im günstigsten Fall) nur eine kurzzeitige, vorübergehende, aber heilsame Verwirrung im Kontext von Transformation. Die Projektionsrücknahme der Anteile, die wir in die anderen verlagern, ist die Vorbedingung, um die eigenen ver-teufelten Anteile in uns in Engel zu verwandeln. Keine leichte Aufgabe... Projektionen zu erkennen bedarf schon einer gehörigen Achtsamkeit.




Lustig

Ein anderes Wort für das Allsehende Auge des Gewahrseins ist das Auge der Vorsehung. The eye of the providence. So viele Namen... Babylon.



Krankheit

hat für mich genauso wie sein Gegenteil, die  Gesundheit, alle Bedeutung verloren. Für mich könnte ich weder sagen, dass ich krank noch dass ich gesund wäre. Beispielsweise sind da  ab und an immer noch gewisse Dinge, die ich früher als krankhaft bezeichnet hätte.  Aber sie bekümmern mich nicht. Wenn andere Menschen von Krankheiten berichten, dann läßt mich das genauso kalt wie mein eigenes "Zipperlein". das ich zwar mitunter lästig finde, aber nicht weiter schlimm. Tatsächlich herrscht hier , wo es früher einen Grund zur Besorgnis gab, eher ein Gefühl der Erheiterung über die körperlichen Gebrechlichkeiten...
Und so lausche ich auch den Erzählungen von Krankheit und ihren mitunter spektakulären Heilungen immer mit Belustigung. Dass es mich nicht interessieren würde, kann ich nicht sagen - es langweilt mich aber auch nicht. Es hat einfach keine Bedeutung. Leere. Zuhören und Sprechen,  a l s   o b  alles  eine Bedeutung hätte...LOL! wozu eigentlich braucht es (jetzt noch) eine Sprache? Antwort: Weils Spass macht zu kommunizieren und sich gleichzeitig bewußt zu sein, dass es gar keine anderen gibt, mit denen ich kommuniziere...Spielen.

Hier & Jetzt an dieser Stelle meiner Überlegungen wird mir gerade klar, dass das Ich/Ego 
sprachgebunden ist. Sobald das kleine Kind zu sprechen anfängt, fängt es auch an, ein Ich zu bilden und Ich zu sagen.  Damit beginnt es sich zu separieren, die erste grundlegende Individuation, die Abnabelung von der Mutter ...die Vertreibung aus dem Paradies hat begonnen und bald ist es endgültig aus dem Paradies der mütterlichen Einheit gefallen.




Erleuchtet  - ja oder nein?


Wieder einmal konnte ich lesen, dass ein wirklicher Erleuchteter niemals von sich sagen würde, er wäre erleuchtet.

Wie so oft in solchen Fällen kann man dahinter einen kleinlichen und moralin-brodelnden Neid finden,  der u.a.  Bescheidenheit und Demut von denen einfordert, die sich einfach nur trauen, den aufrechten Gang einzulegen.

Also nochmal: Das Sein jenseits von Ego ist auch jenseits von Erleuchtung, jenseits von Sprache und damit  unbeschreibbar. Das bedeutet aber nicht, dass man der Sprache nicht mehr mächtig sei und sich für alle Zeiten ins Schweigen zurückzieht. Ich bin hier so wenig erleuchtet wie ich bescheiden oder demütig oder sonst was bin, weil ich mit keinen Eigenschaften mehr identifiziert bin, weder mit negativen noch mit positiven.  Weder kann ich mich erleuchtet nennen  noch unerleuchtet. Und dennoch kann ich mich mit dem selben Recht sowohl erleuchtet als auch nicht erleuchtet nennen.


Ich bin NICHTS. Leere. Ich bin leer von allen Identifikationen mit Eigenschaften. Dynamisches NICHTS, weil nämlich auch das Nichts, die Leere nicht eindeutig zu definieren ist...

Der  Egomind kann das Paradox nicht begreifen und greift wie  stets zur Moral.
Ich bin ein spiritueller Mensch, schrieb die empörte Beschwerdeführerin eingangs...Nein, bist du nicht - du bist weder spirituell noch ein (wahrer) Mensch. Du glaubst nur an dein Konzept von Spiritualität. Du bist ein selbstgerechter pharisäischer  Moralapostel der allerübelsten Sorte, das Übel: dass du deine penetrante Gutmensch-Moral mit Spiritualität verwechselst.

Die Wahrheit ist ein Paradox. Deswegen verwirren die Meister, Osho..usw.... nicht weil sie verwirren  w o l l e n  , sondern v.a. dadurch, dass sie das Unbeschreibbare nicht anders als in Paradoxen beschreiben können.

Ich weiß nicht, ob Ramesh Balsekar seine Zuhörer verwirrte...LOL...


StolzStolz

"Ich bin stolz darauf, was ich als Deutscher für mein Land durch meiner Hände Arbeit geleistet habe,  durch mein Sein als Mann, Vater, Freund... und dies alles mit meiner Nationalität als Deutscher"
Ich nehme schwer an, ja, ich weiß, dass der Schreiber dieser Zeilen sich für schwer spirituell hält und sich u.a. als "Sterbebegleiter" versteht....LOL..



Schamanismus..

ehrt die Vergangenheit, die Ahnen und die heimatliche Scholle. Vor allem die Familie, (die Brutstätte der Neurosen....) Nichts verkehrt dran, wenn's heilt - aber was für Blüten das treiben kann, zeigt die dunkle Mystik des  Nationalsozialismus im dritten Reich.  Die Mutter als Heldin... Der Mütterkult... Die Volksseele

Bert Hellinger  - benutzt der nicht auch schamanistische Rituale? Es wundert mich nicht, dass der in die rechte Ecke gerückt wird.  Für mich ist Schamanismus eine bedenkliche Sache, vor allem der Freizeitschamanismus. Aus (meiner) radikal-spirituellen Sicht ist Schamanismus keine Option. Im Gegenteil gehört in er in die Rubrik der "Spirituellen Umgehung".  Schamanismus ist etwas, was Christus (das Wahre SELBST) unter seine "Füße legt".  Wenn ich mich nicht täusche, gehört das in der Bibel in die Rubrik "Zauberei und Magie". Obwohl ich da auch Einschränkungen machen würde, wenn ich an das Häxentum  der Mary Daly denke, was mit dem patriarchalischen Schamanismus gar nichts gemein hat.
Mit der Großen Mutter ist aber allgemein nicht gut Kirschen essen... die hat schon so manchen allzuneugierigen und labilen Charakter verschlungen.


Ich betone auch dies nochmal: Die zugegebenermaßen äusserst faszinierende Familienaufstellung nach B. Hellinger ist für traumatisierte Menschen äusserst gefährlich - die Gefahr einer Re-Traumatisierung ist viel zu groß.




Demut

Auch Frau Gott mahnt immer sie immer wieder an -  die Demut: Wer sich erhöht, wird erniedrigt werden! Das kann man meist dann von ihr lesen, wenn ihr jemand kontra gibt oder ihre Aussagen hinterfragt. Wie immer hat sie nie ganz unrecht, dennoch schwebt dabei immer das Gestänkle in der Luft, dass es ihr vor allem darum geht, sich vor ihr - "Frau Gott" -  demutsvoll zu erniedrigen. Der aufrechte Gang, die volle Menschengröße zu erlangen ist scheinbar nur ihr gestattet. Vielleicht sollte sie mal den Unterschied zwischen der wahren und der falschen Demut/Erniedrigung thematisieren?

Mißtraue allen blumig-poetischen schönen Worten, die sich wie eine Handungsanweisung lesen, egal, ob sie von Ramana M. oder einem Ronnie Hieß stammen. Solange du unbewußt bist, wird sich der Verstand ihrer bemächtigen und versuchen zu machen, was er nicht machen kann.

http://satyamnitya.wordpress.com/2014/07/23/ronny-hiess-die-groste-hilfe/#comment-20417
Und vergiß nicht: die Fülle des Seins birgt nicht nur (scheinbar) schöne Worte, sondern auch (scheinbar) saftige Arschtritte, wo sie (scheinbar?) spontan  aus sich SELBST heraus erfolgen...LOL!
Dies war eine Handlungsanweisung, denkst du nun? LOLLOL! Nur, wenn du die Ebene mal wieder verwechselst.



Nichts ist heilig

in der offenen Weite des Bewußtseins jenseits von Erleuchtung... Stimmt. Das Heilige Pathos kennt man nur in den heiligen, den numinosen Hallen. Die Dichtungen Sri Aurobindos und Dantes Dichtung stammen aus dieser Ecke... Jenseits von Ego herrscht pure Heiterkeit und die hehren numinosen DichterWorte von Himmel- und von Höllenfahrten zerbröseln dir wie modrige Pilze auf der Zunge. Für dich mag das wie Ketzerei, Lästerung und Sich-lustig-machen klingen, wenn Heiliger Pathos in himmlischen Nonsens transformiert...
Wenn das Kind geboren ist, hat man die Heiligen Hallen zwar transformiert, damit wird das Heilige und Numinose aber nicht nullifiziert. Transformieren heißt zwar darüberhinauszugehen, ist aber auch immer zugleich ein Um- oder Einfassen der vorherigen Stufe.

Nun gibt es da jene, die  - ohne das Heilige, die "Heiligen Hallen" je betreten zu haben - den Heiligen Pathos von vornherein negieren und das Heilige als nichtsnutzige Romantik verscherbeln.

D a s  ist Lästerung.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als Schulkind  über das Heilige Pathos mancher Dichtung gelacht habe und dafür immer wieder auf den Deckel gekriegt habe... LOL! Mit dem Pathos der Opern dasselbe.... die Komik im Pathos. Tragi-Komödie.


Wer das Kind in sich nicht so schnell findet und den Stoff gut verträgt, kann mal einen Joint rauchen und sich dann den Dante oder - noch besser, die Dichtung der Mathilde Ludendorff reinziehen - das sorgt für mehr Heiterkeit als eine Sitzung des deutschen Bundestags! LOL!


(Vorsicht! Haschisch oder Mariuhana befreit nicht in jedem Fall das innere Kind. Bei mir bewirkte es  das Gegenteil: ich wurde mit Drogen  i m m e r zurückgeworfen in das frühere kleine KindIch. Meist waren es Zustände  der Angst und der Minderwertigkeitsgefühle, ich bekam auch Angst vor den anwesenden Menschen. Wenn ich jedoch alleine war, konnte ich mich angstfrei der Musik hingeben...  )


Bei der Schilderung fällt mir grade auf, dass ich meine Zustände damals schon sehr gut bebachten konnte, was es mir später leicht machte, die aktuellen Gefühle auf deren Ursprung in der  Vergangenheit zurückzuführen. Nicht nur beim Shit-Rauchen, sogar während eines LSD-Trips war es mir möglich, die Kontrolle nicht ganz zu verlieren - ich war in der Lage, zu beobachten und zu "wissen", in welchem (kindlichen) Lebensalter ich mich gerade befand. Der "Beobachter" das Auge der Achtsamkeit und des Gewahrseins war somit schon relativ aufgeweckt... 


Übrigens ist Erwachen nichts anderes: das Auge des Gewahrseins tut sich auf. Gewahrsein ist die Wahre Natur. Babylon, Babylon...


Viel später, nach einigen Primärtherapiesitzungen mit  Bodo S.  ging es mir ganz ähnlich. Der ging in Urlaub und hatte mich in der letzten Sitzung wahrscheinlich nicht richtig zurückgeholt und downgesettelt.
Was geschah, war ähnlich wie im LSD-Trip: ich fiel am hellichten Tag permanent von einem Lebensalter in ein anderes. Plötzlich fühlte ich mich exakt so angsterfüllt wie ich mich als 7jährige damals während meines Aufenthalts  bei T. T. fühlte- im nächsten Augenblick war ich vier Jahre alt und stand z.B. vor dem Pfarrerhaus in Hallenberg... usw.

So ging es in einem fort  - alles Traumatische erstand noch einmal in mir... boah, das machte mir Angst damals, ich fühlte mich richtig gespalten: Hier einerseits voll bewußt meiner aktuellen Situation als ca. 45jährige Erwachsene, die ihren erwachsenen Tätigkeiten nachging  - dort das kleine Kind mit all den damaligen Empfindungen...  Der Erwachsenen in mir  war es möglich,  dieses Kind in mir genau beobachten, ohne mich mit ihm allzusehr zu identifizieren. Ich glaube, das war meine Rettung... dass ich BEOBACHTEN konnte. Hätte ich mich mit dem Kind voll identifiziert, wäre ich möglicherweise ins Unbewußte abgesoffen. Von Innerer-Kind-Arbeit hatte ich damals keine Ahnung, sonst hätte ich dieses Kind, das ich war, wohl in den Arm genommen und getröstet. So beobachtete ich nur und versuchte,  meiner Angst herr zu werden.


Ich brauchte etwa 14 TAge, bis sich das Phänomen legte. Ich habe darüber in meinen Tagebüchern geschrieben, alles festgehalten und "bearbeitet". Die Primärtherapie brach ich ab. Ich war böse und wieder einmalmehr enttäuscht und hatte kein Vertrauen mehr in Therapeuten. 

In der Retrospektive ich das heute ganz anders: Er hatte mir unbewußt ein großes Geschenk gemacht. Dieses angstauslösende Phänomen WAR die Therapie und sie war  - im großen Ganzen gesehen - erfolgreich!!




Foto: https://www.uzh.ch/ds/wiki/ssl-dir/Karidol/uploads/Main/babylon1.jpg



Freitag, 25. Juli 2014

Das Glück liegt in Vollkommenheit, in Ganzheit und Unsterblichkeit


Die Kellerleiche - Skeleton in the closet


Bukowski Charlie sagte einst:
Find what you love and let it kill you -
Ich dagegen setze meins:
Find your Self, this kills your ego!


Ein diskussionswürdiger Satz mit vielen Fragezeichen...Unbewusst lassen wir uns nämlich alle von dem töten, was wir zu lieben glauben.. wenn man Liebe mit Abhängigkeit verwechselt, egal von was: von Frauen, Männern, Alkohol usw. Die Selbstzerstörung liebt das, was sie tötet. Wenn der Todestrieb überhand nimmt, sucht man nicht selten auch den ganz konkreten Liebestod in einer Überdosis Sex - mit einem Fremden natürlich. Eine gefährliche Art der Selbstaufgabe...Killing me softly... Destruktive Regression...(Wie bei allem, was ich schreibe, spreche ich aus eigener leid-und freudvoller Erfahrung).




Ein Satz von Patrick Aigner: 

"Merken, dass du kein Glück brauchst"....  Hm... Klingt irgendwie nach Resignation...
Ich würds mal so sagen: Merken, dass du deine Vorstellung vom Glück nicht brauchst! Höre auf, dir Vorstellungen darüber zu machen und du wirst glücklich sein. Vor allem höre auf, dir Vorstellungen zu machen von einer "Scheisse, die nie aufhört." 

Klar gibt es das Glück. Wenn es das Glück nicht gäbe, würde niemand danach streben...dann gäbe es auch so etwas wie Spiritualität nicht.
Glück liegt u.a.  im Göttlichen Gleichmut. Aber Gleichmut ist eine Horrorvorstellung der äußersten Langeweile für den Egomind, der auf seine Kicks nicht verzichten kann. Es gibt Leute, die verwechseln ihre kultivierte Resignation mit dem Gleichmut jenseits von Ego.


Image und Selbstbild

Charles Bukowski, Lesung

Gut aufpassen muss man, dass man sich nicht korrumpieren läßt. Mit einem Image des unangepaßten Säufers und dem Anstrich eines Rebellen lassen sich in der oft verachteten und/oder gefürchteten Welt besonders gute Geschäfte machen. Das Publikum liebt Rebellen; nur das früh - ganz besonders das spätpubertierende...

Die Identifikation mit dem Archetypen des Rebellen ist eine Identität, die sehr leicht mit dem "Anarcho-Child" verwechselt wird - dem von Konditionierung befreiten Anarchismus des erlösten Bewußtseins des Göttlichen Kindes jenseits von Erleuchtung.
(Politischer Anarchismus ist rebellisch und hat rein garnichts mit dem Anarchismus des befreiten Minds zu tun.)

P.A. scheint sich mir im Moment nüchtern und unrebellisch eine feste Identität//Status als Schriftsteller zuzulegen.  Nichts verkehrt dran,  nur hat es nichts mit Spiritualität zu tun, die im Gegenteil von dir verlangt, alle Identitäten, neben dem Status uva.  auch die Identifizierung mit Nation oder "Heimat" aufzugeben, was natürlich nicht unbedingt heißt, dass du deine Heimat verlassen und deinen Job hinschmeißen sollst...
"Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein", schrieb neulich einer, der den "schamanischen Weg" geht und andere Menschen zum Sterben einlädt... LOL! Ach, du liebe arme Seele, solange du selbst,  dein Stolz und einiges mehr  noch nicht gestorben ist, bist du nur ein weiterer Billiganbieter auf dem Schnäppchenmarkt der spirituellen Eitelkeiten.

Merke: Was immer du verteidigst, mit dem bist du identifiziert!  Ob du den Schamanismus, deine Nationalität, deinen Status, deine Berufswahl, deinen Besitz, deinen Alkoholkonsum, deine Peergroup, deine Spiritualität verteidigst,  in jedem Falle ist es Identifizierung -  Anhaftungen, die auf dem spirituellen Weg erkennend loszulassen wären.
The Mortalist

Ich bin stolz darauf, ein Säufer zu sein...?

Sowas gibt's auch. Das sagen dann vielleicht jene, denen die Trauben der Trockenheit/Nüchternheit einfach nur zu hoch hängen oder ihren Ist-Status mitunter damit verklären, indem man die ganze Trinkerklasse in den Kultstatus der Heiligkeit erhebt. Der Egomind eines Suchtbolzen ist trickreicher als jeder andere. Um aus dem sich selbst erniedrigenden Selbstverurteilungsmodus der Sucht rauszukommen, macht er wie stets aus der Not eine Tugend, dreht den Spieß einfach um, bastelt sich aus dem negativen (Säufer-)Selbstbild ein positive Identität bzw. Identifikation und nennt das möglicherweise auch noch Selbstannahme. Ich bin stolz, dies oder jenes zu sein... Ich will so bleiben, wie ich bin... ich bin vollkommen, nichts muss verbessert oder verändert werden...Da hat mal jemand gesagt: Ich stehe zu meiner Sucht! Auch eine diskussionswürdige Aussage. Gibts das denn?  Und was bedeutet das? Liebe ich dann meine Abhängigkeiten, nehme ich sie an, akzeptiere ich sie  - als unabänderlich vielleicht sogar?
Kann ich die Zigarette resp. das Rauchen "lieben", den Alkohol "lieben"?

Die Grabkosmetik kann manchen Menschen zu einem lebenslangen Hobby werden... (Ich meine hier keine bestimmte Person, einige Aussagen von P.A. und nicht zuletzt die Erinnerung an eigene Sucht-Erfahrung haben mich nur dazu angeregt, freiflottierend-assoziativ den Faden weiter zu spinnen...)

Aus spiritueller Sicht ist die Identifikation mit einer Peer-Group, zu B. auch mit allen scheinbar ("scheinbar"  im Sinne von neurotisch-verzerrter Wahrnehmung) Erniedrigten und Beleidigten ein schweres Übel, von dem der rechtschaffenheitsversoffene Innere Gutmensch nicht so leicht ablassen kann... (den von Bukowski habe ich auch schon geortet, gepostet von einem FB-Friend trieb er unkommentiert auf meiner FB-Startseite dahin...! Nein, nach dem, was ich früher von Bukowski gelesen habe, war er kein Mystiker, diesen und anderenWorten nach war er auch ein Moralist, zum IMMORTALISTEN hatte er wohl doch nicht das Zeug, dazu "wußte" er zuviel... Henry Miller und Bukowski: wenn die deutsche Dichterseele auf den Amerikanischen Traum trifft, bleibt von dem nichts mehr übrig... Für den wiedergeborenen Immortalisten aber hat der Amerikanische Traum noch weniger Realität als das, was man allgemein für "Das Leben" hält, LOL )

Rechtschaffenheitstrunkenheit ist die Suchtkompensation aller Moralapostel und militanten Anti-Betonköpfe! LOL! Solange die sich nämlich zu fein und puristisch sind, sich mit den Alkoholikern resp. allen Erniedrigten und Beleidigten zu identifizieren, siehts schlecht aus für die Bewusstseinsentwicklung. 


Einer, der kapituliert hat und zugeben kann, ein Alkoholiker zu sein, kann sich damit eine neue heilsame Identität aufbauen. Ob die Identifikation mit dem Gegenteil ebenso heilsam ist, sei dahingestellt. Wer den Alkohol zum Kult macht, macht damit gleichzeitig auch die Scheiße, "die nie aufhört",  zum Kult. 

Der Geruch dieser "Scheiße" ist der Verwesungsgeruch der Kellerleiche,  -  "the fragrance composition of repression und resistance."



Einem  (bekennenden)  Alkoholiker wäre es schlechterdings nicht möglich, Alkohol verklärend in den Kultstatus zu erheben und Erwachen/ Erleuchtung, was per se "frei flottierend " ist, am Alkohol anzubinden.

Einmal erkannt, dass sich das Auge des Gewahrsein niemals schliesst, bedeutet nicht, dass du dir auch "immer" dieses Gewahrseins BEWUSST bist. Mit dem Alkohol ist es wie mit manchen Drogen: Sie können vorübergehend die Ich-Kräfte löchern, aber wirklich transformieren können sie dich nicht. Wer sagt, dass die "Scheiße nie aufhöre", der ist ganz gewiss aus der Gnade gefallen;  Achtsamkeit/Gewahrsein nämlich würde ihn direkt erkennen lassen, dass es sich bei einem solchen Gedanken um eine Zukunftsprojektion des Egominds handelt, die auf Befürchtung und Sorge beruht. Es ist absolut unmöglich, zu sagen: "Die Scheiße hört nie auf" und dabei zu lachen! Wer hierbei lacht, macht eine Show -  befreiendes Lachen findet jenseits von "Scheiße" statt und vor allem jenseits des Denkens. Denn nichts anderes ist diese mittlerweile fast schon in den Kultstatus erhobene Phrase: ein vor-sorgender, voraus-schauender Gedanke, den es im Hier und JETZT niemals geben kann! Das Ego muß allem Dauer verleihen, auch der Scheiße...


Wer seine religiöse Überzeugung dazu gebraucht, seine Körper und Geist zerrüttenden Abhängigkeiten und Süchte zu kultivieren, indem er gar glaubt, es sei dies alles "Gottes Wille" - nichts andere nämlich sagt das Pseudo-Advaita - ist ein Phantast - ein selbstbetrügerischer Versuch des listigen Egos, sich auf die faule Haut zu legen und jede eigene Beteiligung/Selbstverantworung zu leugnen: Alles ist determiniert...  
Tatsache ist, dass ein Süchtiger nicht aufhören kann mit dem Saufen und erst die totale Kapitulation (=Hingabe) des Egos die Erlösung brächte. Im innerlichkeitsfeindlichen Pseudo-Advaita aber scheinkapituliert das Ego schon im vornherein und rationalisiert sein Verlangen und seine Sucht, ganz wie der Fuchs, dem die Trauben zu hoch hängen.
Fragrance
Möglicherweise wird auch hier etwas verwechselt und einmal mehr die absolute auf die relative Ebene heruntergezogen. Param advaita - jenseits von Erleuchtung, wenn du ganz "gestorben" bist, wenn die "Scheiße aufgehört hat" und alles Begehren, Verlangen und Suchten ein Ende gefunden hat, kannst du nämlich tatsächlich Alkohol trinken wie du lustig bist, dein Körper gibt dir die Grenze vor und du hörst i.d.R. drauf. Tatsächlich bist du auch nicht immer "lustig" -wahrscheinlicher ist, dass du eher selten lustig bist...
Es ist nicht möglich, die Kontrolle zu verlieren, weil sie schon verloren ist, LOL. ..Gewahrsein ist kein vorübergehendes seltenes Ereignis mehr. Geistiges Erkennen ist nicht (mehr) an "Nüchternheit" gebunden.  Ob du ein Bier, 10 Bier oder gar kein Bier trinkst, ist Jacke wie Hose. Dieser typische Kontrollverlust, der den Alkoholiker immer weiter trinken läßt, den gibt es hier nicht mehr. 

Ohne Zweifel ist es möglich, dass man im Rausch erkennt, dass es da in dir etwas gibt, was niemals schläft, was immer anwesend ist - das Allsehende Auge - aber es muss zu deinem bewußten SEIN, deinem immerwährenden SEI-en werden. Dann nämlich erst ist  Alkohol und das Saufen so bedeutungslos wie alles übrige auch.

Und das steht für mich im Moment felsenfest fest: Solange das Ich mit dem Körper identifiziert ist, solange du also daran glaubst, dass du dein Körper BIST, wirst du auch ein Verlangen nach Alkohol u.a. haben. Und genauso ist es, wenn du  n i c h t  daran  "glaubst",  LOL! Beide Überzeugungen sind Glaubenssätze, die du erkennend loslassen musst, um über den Jordan zu gelangen. Das jahrelange Soufflieren und Affirmieren "Ich bin nicht mein Körper, ich bin nicht meine Gedanken, ich bin nicht meine Gefühle usw." wird dir gar nichts nützen, wenn du den Beobachter, das Gewahrseinsauge nicht in dir stabil und bewußt verankert hast. Achtsamkeit beobachtet und negiert nicht...ohne Achtsamkeit keine Individuation und ohne Individuation kein Gewahrsein  als "permanent adaptation".



Pseudo-Advaita

Fragrance...
kennt von Vornherein keinen Weg, der zu gehen wäre. Es leugnet jede Beteiligung des Individuums an diesem Prozess. Pseudo-Advaita ist eine teuflisch verdrehte Religion von exoterisch Gläubigen, die sich schon erlöst  g l a u b e n. Pseudo-Advaita sehe ich als eine Kopfgeburt, wo das "Leben eben" nie aufhört "Scheiße" zu sein und das Glück darin besteht, auf es zu verzichten und in "Resignation bis zum Ende der Tage" auszuharren.

Das Ziel und die Sehnsucht des Menschen, dessen ganzes Wesen nach Ganzheit/Vollkommenheit (Glück) strebt, wird hier für Manchen zur unerreichbaren Traube und in perverser Verkehrung als die "Mohrrübe" deklariert, die der Erfassung der WAHRHEIT und WIRKLICHKEIT im Wege steht - in der Verkennung, dass die Suche eine Vorbedingung des Findens ist und niemandem der Weg erspart bleibt, an dessen Ende du die Lebendige WAHRHEIT erkennst, dass es keinen Weg gab und dass Suchen und Finden, Sucher und Gesuchtes ein und dasselbe ist und das "Blatt" sich buchstäblich wendet....LOL...! Einheit! Ganzheit! Hierosgamos! Was für eine Seligkeit - welch ein GLÜCK!
Das ganze Glück der Ganzheit/Vollkommenheit erlangt man, wenn das Göttliche Kind in dir geboren ist. Param Advaita: das Bewusstsein der Unsterblichkeit.  Solange du dein Inneres Weihnachten nicht erlebt hast, bleibt auch Gewahrsein und sämtl. spirit. Erfahrungen, die man machen kann, nur vorübergehende "Erleuchterungen".
Weihnachten ist als Begriff zwar bedeutungsleer, aber als die Geburt deines SELBST gleichzeitig auch die Geburt der Fülle des SEINS. Gewahrsein. REINES Glück!


Früher wußten die (alten) Meister noch den Finger auf die Lippen zu legen, wenn sie von ihren Schülern befragt wurden, heute beantworten diese einäugigen und spirituell halbgaren sog. Lehrer, die sich für Meister halten, jede Frage, besonders aber antworten sie auf Fragen, die nie gestellt wurden:  Du bist schon erwacht...Du bist schon erlöst...es gibt keine Person, keiner da...du bist schon befreit... du bist schon erleuchtet... es gibt keinen Weg, es ist alles schon da... Wer sucht, der findet nicht... es gibt nichts zu erreichen...fang erst gar nicht mit dem Suchen an...oder auch: die Scheiße hört nie auf... usw.
(Die "Letztgültige Erkenntnis" (eines anderen) , dass es keinen Weg, dass es nichts zu erreichen gab, oder auch,  dass das Ich nicht erreichen/machen kann, was von SELBST geschieht, wird offenbar für manche auch dahingehend interpretiert, dass alle Ziele "Mohrrüben" sind - Glück, Ganzheit, SELBSTverwirklichung...)



Na schön, kann ja sein, dass du oder andere durch Affirmationen, Mantras und der Wiederholung des immerselben wirklich mal einen Moment des Erwachens erleben, das ist aber erst der Anfang... Das Pseudo-Advaita wie ich es antreffe aber macht in der ihm eigenen Teuflischen Verkehrung den Schwanz zum Kopf, d.h. den Anfang  zum Ende: die Potentialität von Ganzheit und Gewahrsein wird als Realität verscherbelt,, an die man glauben soll, aber deren b e w u ß t e Verwirklichung nicht angestrebt werden könne, weil "keiner da" -  keine Person da wäre, die sie verwirklichen könne...
Weshalb manche auch getrost die Hände in den Schoß legen und der Faulheit ein Loblied singen und der Läuterung der Persönlichkeit (Individuation) den Abgesang. Damit nullifiziert und leugnet man das Unbewußte und die Notwendigkeit, dieses Unbewußte - den sog. Schatten -  bewußt zu machen.

Dass "Keiner da" ist - ist eine lebendige Erfahrung der Abwesenheit des Egos, bzw. die geistige Erkenntnis, dass es keinen Handelnden gibt. Das ist eine subjektive ABSOLUTE Wahrheit, aber nur für den, der diese "Erfahrung" macht - eine UN-MITTELBARE  "letztgültige Erkenntnis", die auch nicht ver m i t t e l b a r  ist.


Das bedeutet im Klartext, du kannst anderen Menschen nicht die (absolute) Wahrheit als einen Glaubenssatz verkaufen, der eine  Handlungsanweisung impliziert, z.B., dass "nichts zu tun" wäre.

Wer immer solche Erfahrungen macht, wer immer zu einer "Letztgültigen Erkenntnis" kommt, darf niemals vergessen, dass seine Worte  in den seltensten Fällen auf ein offenes Herz treffen, üblicherweise werden die Worte vom konzeptualisierenden Egomind der Zuhörer vereinnahmt und fixiert, der ad hoc einen Glaubenssatz draus macht. Der EGOmind - ohne den Intellekt, den Mind, die Ratio insgesamt zu verteufeln -  ist der "Fixer", der Süchtige, Pacman, ein unersättliches Raubtier. 


Solange du dir der WAHRHEIT nicht  aus dir SELBST von innen heraus bewußt wirst, bleibst du ein "Glaubenssatz-Gläubiger". (Der Unterschied zwischen lebendiger Wahrheit und Glaubenssatz kann nur durch Gewahrsein/Bewußtheit erkannt werden.)

Deshalb niemals vergessen: Nach dem Erwachen ist vor dem Erwachen. Nach der Erleuchtung/Erkenntnis ist nach der Erleuchtung/Erkenntnis. Das bedeutet. Alles was dir ein-leuchtet, alles was du geistig erkennst,  jede lebendige Wahrheit muß immer wieder ins Nichtwissen losgelassen werden.

Solange die Persönlichkeit (Verstand)  nicht geläutert ist, wird jede Absolute Wahrheit zur relativen Wahrheit (Glaubenssatz). Permanent-Gewahrsein (permanent adaptation) ist das Ziel der Bewußtseinsentwicklung und kann nur durch den Individuationsprozess bzw. Schattenintegration erlangt werden.


Scheiße. Es ist schon schwer diese Dinge zu beschreiben, weil es mich dauernd im Kreise herumführt und alles, was ich jetzt sage, sich im nächsten Moment wieder aufgehoben hat. Der Verstand, der Egomind kann meine Beschreibungen nicht verstehen, den Erfahrenen ist es ein Wiedererkennen.


Zum Schluß eine heiter-ernste Bitte:


Wenn Patrick Aigner nicht nur ein FreizeitAlki ist und  in seiner Eigenschaft/Identität als  (Un-) Heiliger Säufer wirklich was auf sich hält und ernst genommen werden will, dann möchte ich ihn bitten,  in Berlin beim alljährlichen Event des erlauchten Forums Erleuchtung doch bitte nicht die Flasch' zu vergessen und live und vor Ort sein "Erwachen durch Alkohol"  und den Vergleich mit Charles Bukowski zu verifizieren. Eine kleine gepflegte Randale inbegriffen. 
Das wäre doch mal eine ehrliche Ansage und nicht etwa 3 Tage vorher ausnüchtern oder den Flachmann versteckt in der Hosentasche ...  Das nenne ich eine coole Rampensau!

Ich erinnere mich: ich hatte in meinen Hardcore-Zeiten (1966-70) u.a. selbstgemachten Eiergrog mit Stroh-Rum in der Thermoskanne mit mir herumgetragen und immer Petersilie oder Knoblauch dabei, "Komm mir besser nicht zu nahe, ich stinke gaaanz schlimm nach Knoblauch..." LOL!

Wenn P.A. kein Alki ist, bitte ich um Enschuldigung - dann ist meine Bitte natürlich hinfällig.



Köstlich: Flasch
Cora von Ablass - haha- Krause
https://www.youtube.com/watch?v=DJGqBthQTPI

Dienstag, 24.07.2014






Sonntag, 20. Juli 2014

Der Mangel ist's an Lust und Kraft, der Faulheit und Acedia schafft


‎



Acedia

Man wußte schon in alter Zeit,
dass Trägheiit ist nicht Mutter nur
von Langeweile und Ennui
sie ist auch der Gelassenheit
faule dunkle Schwester, Leutz!


Der Mangel ist's an Lust und Kraft,
der die faule Trägheit schafft
und sich dabei ins Fäustchen lacht,
weil er aus Not 'ne Tugend macht!




TAT VAM ASI

Weil ich über mich selbst nichts mehr aussagen kann, kann ich über mich nurmehr schweigen. Die Unbeschreibbarkeit des eigenschaftslosen ICH-BIN ist die Unbeschreibbarkeit des Seins. Das bist DU.


Osho

soll gesagt haben: Ich bin da, um Euch zu verwirren.
Man nimmts ja nicht mehr so genau jenseits von Ego, aber eine solche Aussage würde nicht mal ich kleines Lichtlein tätigen...

Die Verwirrung besteht für mich ganz allgemein darin, dass auch Osho gezwungen ist, die trennende Sprache zu gebrauchen, die letztlich alles ad absurdum führt. Und insbesondere besteht sie darin, dass  der Egomind seiner Zuhörer das Absolute und das Relative nicht unterscheiden konnte uvm.

Was mich angeht,  bin ich nicht da, um irgend jemanden zu verwirren. Ich habe keine Sendung, keinen Auftrag und auch keine Absicht in einem grundlosen Sein irgendetwas zu bewirken. Ich bin völlig nutzlos.



Schamanismus

läuft bei mir in der Rubrik "Naturreligion", kann ich aber durchaus unter dem Aspekt der Schattenarbeit bzw. -integration betrachten.
Die Geister, die man im Schamanismus ruft, muss man auch kontrollieren können. Wer mit seinem Ego stark identifiziert ist, wird sich auch mit den spezifischen (machtvollen)  Geistern /Archetypen identifizieren wollen. Die Geister forcierend zu rufen, ist aus meiner Sicht niemals gut, sie kommen während der Individuations/Heilungsprozess ganz von selbst. Und so sie von SELBST kommen sind sie auch weit weniger angsterregend, vor allem identifiziert man sich nicht so leicht mit diesen "Mächten und Gewalten".


Mein Eindruck: dass das unerlöste patriarchatsgebundene Männliche sich eben auch der schamanischen Unterwelt bemächtigt hat. Die Verdrängung der Weiblichkeit Gottes in die Unterwelt rächt sich....die große Mutter... Kali...

Unter der Großen Mutter verstehe ich im Moment im weitesten Sinne den gesamten unbewußten Kontinent, alles, was verdrängt ist und unserem Bewußtsein nicht zugänglich. Wenn es heißt, die größte Angst des (patr.) Mannes sei die Angst, von der Großen Mutter verschlungen zu werden, dann ist das m. E. die Angst, vom Unbewußten überflutet zu werden - eine Angst, die nicht nur Männer, sondern uns alle betrifft, die nicht im Einklang mit sich und der Natur leben.

Die Yogastellungen, die den Haltungen bestimmter Tiere nachempfunden sind, können nach meiner Erfahrung ebenfalls die Kraft, den Geist dieser Tiere vermitteln. Ganz ähnlich, wie der Schauspieler sich die Körpersprache des Charakters aneignet, den er dazustellen bemüht ist und sich dadurch mit diesem voll identifizieren kann, kann man sich auch mit dem Geist/Archetypen identifizieren. Man darf nur nicht vergessen, auch wieder loszulassen...

Mir selbst ist es vor vielen Jahren einmal während meiner Tiefenprozesse so geschehen, dass ich ganz spontan anfing, "Yogaübungen" bzw. bestimmte Tiere in der Bewegung nachzumachen.  Dabei habe ich keine Tiere "gesehen" oder getroffen, sondern nur die geistige  "Qualität" verschiedener Tiergeister (Archetypen) in meinem Körper gespürt und mich davon richtig "tierisch" bewegen lassen. Gleichzeitig habe ich "gewußt" oder erkannt, um welches Tier es sich handelt. Das lief mehrgleisig ab, ich war in Trance und doch ganz bewußt. Ich glaubte auch zu erkennen, dass die Yogaübungen hier ihren Ursprung hatten: dass man wieder einmal das, was bei einem Menschen spontan aus sich SELBST heraus geschah, ent-äußerte und für andere Menschen daraus eine Übung machte. Ent-Äusserung: Was ich zunächst für eine typische patriarchalische außengesteuerte Machenschaft hielt, stellt sich mir mehr und mehr als die typische Bewegung des Tesseracts dar. Involution-Evolution hat viele Gesichter.

Aus meiner heutigen Sicht gesehen, war der neutrale "Beobachter", der "Zeuge" damals wohl schon da, sonst hätte ich wohl Angst bekommen und mich dagegen gewehrt...
Mir kommt da gerade eine Idee: Ist es eigentlich möglich, dass der Begriff der "Dissoziation" auch für den "Zeugen" gebraucht wird, die neutrale Distanz im Gewahrseinzu? In Babylon muss man auf alles gefaßt sein, LOL!


Paranoia

Im Zusammenhang mit den Tiefenprozessen möchte ich noch einmal klarstellen, dass sich aus meiner Erfahrung, die sich durchaus verallgemeinern läßt, es sich niemals vermeiden läßt, dass sich "unterwegs" eine Paranoia zeigt. Die "Schwangerschaft" mit dem "inneren" bzw. göttlichen Kind ruft große Ängste hervor, dass diesem Kind etwas Schreckliches passieren könne. (Herodesangst) Das Gefühl der Schwangerschaft ist oftmals ein ganz reales, aber natürlich ist man sich dessen bewußt, dass es sich um die Schwangerschaft mit sich selbst handelt. In diesem Zusammenhang hatte ich eine große Angst speziell vor Männern, in denen ich potentielle Kindermörder sah. Ein Kind an der Hand eines Mannes rief in mir spontane Rettungimpulse hervor. Männer, die sich um mich bemühten und versuchten, mir körperlich nahe zu kommen, erlebte ich als gewaltsam. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich zu einem dieser Männer, der mir immer wieder auf die Pelle rückte, weinend und mit kindlicher Stimme sagte:  Ich will und brauche keinen Mann, ich brauche einen guten Pappi. Ich  w a r  ein Kind. Ich kann mich sehr gut erinnern: Ein Teil in mir fand das widerlich und schwächlich, dass ich mich so "erniedrigte", eine erwachsene Frau, die so "herumjault"... (ich projezierte das damals natürlich auf diesen Mann und fühlte mich von diesem so gesehen!!!)
Das Kind in mir wollte klein sein, und der Gegenspieler (Herodes-Ich-Anteil) wollte ihm das verbieten. Damals erkannte ich jedoch meine diesbezüglichen Projektionen auf diesen Mann nicht als solche... Er kam immer wieder vorbei und ich fühlte mich von ihm regelrecht verfolgt. Nicht nur von ihm, sondern auch ganz allgemein waren es die Blicke der Männer, die in mir zu jener Zeit Verfolgungsängste auslösten.  Heute sehe ich es so: der Mann konnte kein Pappi für mich sein, nicht mal "aushilfsweise". Meine Wut und meine Trauer war riesengroß - niemand wollte das Kind.In jener Zeit passierte es auch, dass ich einen Bekannten bat, mich doch einmal in den Arm zu nehmen. Er lehnte ab, das könne er nicht...
Alles ging mir damals zu nahe: laute Stimmen, Streit. Auf der Strasse erlebte ich mal, wie ein Mann auf eine Frau losging und schrie und schlug - ICH war die Frau, d.h., ich erlebte ihre Angst in mir. (Projektion)  Fürsorgliche Versuche anderer, mich in meiner Bedürftigkeit, meinem Aufbegehren und verzweifelter  Wut zu beschwichtigen, erlebte ich als gewaltätige Vermeidungsstrategie, das Kind in mir wahrzunehmen.  Was auch immer mir gegenüber geäußert wurde erlebte ich als seelischen Mißbrauch und Vergewaltigung.
Ich erinnere mich, dass mich ein AA-Freund auf meine Bitte hin nach dem Meeting freundlich in den Arm nahm, am nächsten Tag eine Fortsetzung suchend  zu mir nach Hause kam und seine Berührungen ganz schnell einen fordernden sexuellen Charakter bekamen. Scheißmänner! Mein Haß auf dieses Geschlecht kannte Gottseidank schon Grenzen...
Hass zuzulassen, statt mich in Ängsten aufzulösen, war übrigens ein wichtiger Schritt... Selten aber, dass ich diesen Haß an einem Menschen direkt ausließ, ich haßte nur auf dem Papier. Schreibend schleuderte ich alles aus mir heraus und schreibend löste ich meine Projektionen auf...

Auch dies lief mehrgleisig ab: Ich konnte diesen enormen Schmerz der aktuellen Ablehnung spüren und recht schnell erkannte ich ihn als den alten Schmerz durch die Ablehnung meiner Mutter. Die dazugehörigen Bilder aus der Vergangenheit ließen nicht mehr lange auf sich warten.

Man soll nun bitte aber nicht glauben, dass die Paranoia nur aufgrund einer traumatischen Kindheit auftritt. Die Herodesangst ist eine Metapher bzw. ein  Phänomen, von dem m. E. jeder Mensch mehr oder weniger schmerzhaft auf seinem Weg heimgesucht wird. Wir alle sind aus dem Paradies ausgeworfen worden, wir alle sind unserem wahren Wesen entfremdet, wir alle wurden durch Prägung und Konditionierung insofern vergewaltigt und mißbraucht, indem man uns falsche Identitäten verpaßt hat, Pseudogefühle gezüchtet usw... Jeder von uns hat daher seine psychologischen Abwehrmechanismen, die ihn vom Fühlen und von der Wahrheit seiner wirklichen Situation bzw. seines inneren Kindes abhalten.
Wer also glaubt, nur weil er keine traumatische Kindheit gehabt habe, sei er auch von jedem Schatten frei, ist schwer auf dem Holzweg! Das Trauma der Sozialisierung und nicht zuletzt auch das Trauma der Geburt sind Traumen, die nicht zu unterschätzen sind.



Acedia - Die Trägheit des Herzens

Lasker schreibt heute im Thread "Spirituelle Umgehung" u.a.:
Zum >Leben eben<, einer der Hauptaussagen des Neo-Advaita-Konzepts, schreibt Roberto Assagioli in seinem Buch "Psychosynthese und transpersonale Entwicklung", welches ich gerade mit "besonderem" Interesse lese:
"Dem Menschen, der "sich leben lässt", der sich mit dem Strom treiben lässt, der nicht innehält, um sich selbst zu erforschen, ist nicht bewusst, wie sehr gebunden und versklavt er ist - zumindest, solange er nicht besonderen Schwierigkeiten kontrontiert wird."
Dass Faulheit/Trägheit die Entschlossenheit (zu was auch immer) schwächt, kennt man aus der Natur: Ein Frosch, den man in kochendes Wasser wirft, springt sofort wieder heraus. In kaltes Wasser gelegt aber, welches langsam erhitzt wird, lässt sich der gleiche Frosch zu Tode kochen ...>Leben eben< LOL!
Das gleiche Prinzip kennen wir von Prozessen der Krankheitsentstehung wenn er langsam über Jahre erfolgt. Man spricht dann von Chronifizierung. Der kranke Ist-Zustand wird so zum Sollzustand. Man gewöhnt sich daran und warum sollte der Körper gegen einen Zustand, der in der Wahrnehmung als "Normal" angesehen wird, etwas unternehmen? Warum die Selbstheilungskräfte aktivieren? "
http://www.allmystery.de/fcgi/?m=mposts&user=130715



Leben eben?

Was soll diese bei Neo-Advaita-Sektierern offenbar beliebte Phrase eigentlich bedeuten?  Ich glaube, da wird Wu Wei, das Fliessen mit dem Tao mit dem Sich-Gehenlassen und In-den-Tag-Leben des Egos verwechselt. Die Verwechslung der relativen mit der absoluten Ebene ist ja gerade im Neo-Advaita gang und gebe.
Auf der unerlösten  relativ-personalen Ebene wirkt sich die  Igel-Bin-schon-da-Philosphie des  "Es gibt nix zu tun"  als destruktiver geistiger Müßiggang aus, als Acaedia, der Trägheit des Herzens.
Die Sehnsucht des Menschen (nach Gott resp. Ganzheit) wird gar als "Romantik" disqalifiziert - eine schändliche Verächtlichmachung dessen, was uns menschlich macht: unseres eigenen Herzens.

Es gibt nichts zu tun? Jedem Menschen, der seiner Sehnsucht folgt, wird die Entscheidung abverlangt, dass er seine ganze Energie in den Dienst Gottes resp. der Ganzwerdung stellt.  Diese Entscheidung wird ihm täglich von neuem abverlangt.  Der  "Neue Bund" wird dadurch erneuert, dass man die Sehnsucht des Herzens als eine  permanente Ausrichtung auf dieses Große Ziel aufrechtzuerhalten bestrebt ist.
Natürlich kann das Ego dies nicht "machen", aber das Herz kennt sein Ziel und wenn die Richtung stimmt und der Neue Bund zwischen Mensch und Gott resp. Ich und Selbst bewußt geschlossen wurde, dann hat unser Ich sich  der Führung Gottes (SELBST) anvertraut und unter dieser Führung wird auch die Persönlichkeit einem Läuterungsprozess unterzogen...
Es gibt also sehr wohl etwas zu tun, auch wenn dieses Tun zum größtenTeil im Lassen besteht.

Hingabe ist der Schlüssel zur Ganzwerdung und der "Letztgültigen Erkenntnis", dass ICH-SELBST das LEBEN bin.
(Ich benütze statt ICH-BIN mitunter auch Ich-SELBST, um die Verbundenheit bzw. Einheit anzuzeigen.