Donnerstag, 12. April 2012

Es ist so einfach nicht, man selbst zu sein...

11.04.2012
An OIE: (Sei einfach Du selbst)
Das mag alles stimmen vom höchsten Point of View gesehen, doch so einfach Ich selbst zu sein, funktioniert nicht, wenn ich mich noch im sozialisierten Anpassungsmodus befinde, wo ich eben nicht ich selber sein kann.
Ich kann erst dann "einfach ich selber sein", wo ich meine Wahre Natur gefunden habe und lebe, die Natur vor aller Sozialisation, das ist die Natur, wo ich wieder wie ein Kind geworden bin.
Das ist meine Wilde Natur, ohne Ketten von Überich-Restriktionen, da bin ich göttlich in meiner "Ein-Fachheit" und bin GANZ und ganz EIN-fach ich SELBST.
Diese wilde undressierte Natur kann ich nicht erreichen, indem ich "einfach" Deinem Rat folge, einfach ich selbst zu sein. Um mich selbst zu finden, braucht es die Suche, d.h. die Zeit, weil alles Werden in der Zeit geschieht, die kannst du nicht einfach negieren.
Zuerst muss man mal suchen und auf dem Höhepunkt der Suche wo Du Du entnervt den Geist aufgibst - und dann....
Ob ich mich selber suche oder "Gott" macht keinen Unterschied, letztlich ist beides Eins.
Ich kann auch eine gute Psychotherapie machen, die mich zu Gott/mir selbst führt. Ich befürworte sogar eine solche in weit grösserem Masse, als jedes spirituelle LichtLiebeGedudeldei, oder "mystische Pfade"/Meditation, die meinen, ohne die Kenntnis des Menschen, d.h. ohne Psychologie auskommen zu können.
Nur leider fehlt es an ausgereiften authentischen Psychotherapeuten und somit verbleibt alles beim alten: dass die Blinden die Blinden führen.

Sei einfach Du selbst - das bin ich nur dort, wo ich mich selbst gefunden habe, wo ich authentisch bin. Und Authentizität ist eine sehr hart errungenes Attribut bzw. Selbstfindung ist ein prozesshaftes Geschehen... und es findet statt, zumindest auf der Ebene der "Stattfindung".

Ich habe bei dir immer wieder das Gefühl, du redest vom Höchsten Punkt aus, aber negierst alle dazwischen liegenden Bewusstseinsebenen, die alle ihre Berechtigung haben und gelebt werden sollen und wollen. Das nämlich heisst es, in der "Fülle des Seins" zu stehen: du kannst die Leiter rauf und runter laufen, kannst Dich auf jeder Ebene bewegen, von der archaischen Ebene bis zum höchsten Seinszustand der Verschmelzung mit dem Absoluten.
Wie ich schon einmal bei Dir (und anderen) feststellte, gibt es soziale Probleme bei Dir nicht, die sind scheinbar wegtranszendiert. Weil das Ego als eine Illusion erkannt wurde, existiert die ganze soziale Ebene bei vielen Spirituellen nicht, sie sehen nirgends Probleme, weil Probleme immer Ego sind.
Ein spirit. Mensch aber, der die volle Integration anstrebt, umfasst alle Ebenen und er negiert keine Probleme, sondern löst die Probleme dort wo sie entstehen mit den Mitteln dieser Ebene, die ihm zur Verfügung stehen. Der einzige Unterschied zu "früher": Er identifiziert sich nicht mehr mit dem Ego bzw. mit dem Problem.

DAs ist eben die Gefahr der Einseitigkeit im spirituellen Wachstum: Der eine bleibt in der Leere hängen, der andere haftet an der Fülle.
Hier gilt es die Balance zu finden
.
*****
An GB: (üb. Positives Denken)
Ohne Bewertung zu denken, kann ICH als EgoMindverstand nicht, denn es ist ja das Ich, welches mit dem Bewertungssystem eins ist, verschmolzen ist.
Also geht es darum, das Ich nicht zu verbessern oder zu verändern, was es ja nicht kann - sondern die Gegenwart des Ichs wahrzunehmen mitsamt seinem Bewertungssystem und neutral wahrzunehmen.
Wie jeder Vorsatz führt auch der Vorsatz, nicht zu bewerten, in die "Hölle", weil Du Dir damit Gewalt antust.
Also gilt es: Beobachte, w i e du wertest, und frage Dich z.B. auch (in diesem Kontext), warum und wieso Du an manchen Gedanken negatives findest, wer ist es, der hier urteilt?
(Mama/Papa, gesellsch. Konditionierung)?
Hast Du vieleicht einen neuen Glauben/Überzeugung/spirit. Konzept, dem Du nachfolgen willst?

Meine Meinung zum Positiven Denken allgemein ist, dass es verhindert, dass du zu deinen wahren Gefühlen findest.
Wir lernen oft als Kinder, dass es schlimm ist, böse zu denken, bzw. alles ist böse, was dem Willen der Eltern widerspricht. Wir verinnerlichen dies im Überich und verbieten uns fortan "böse" zu denken, das kann so weit gehen, dass wir es uns sogar dann verbieten , wo wir angegriffen werden
- weil wir gut und böse, Engel von Teufel nicht mehr unterscheiden können.
Im krassesten Falle kann eine solche Erziehung zu einem Borderline-Syndrom führen, wo Du immerzu in die Hand beissen musst, die Dich füttern will, - weil Du kein Unterscheidungsinstrument hast...

Also z u l a s s e n ist die Devise: den sog. negativen Gedanken anschaun, mit ihm spielen sozusagen, verstärken, sich bewusst machen. Er verändert sich von selbst, wenn man ihn mit allen Fasern seines Seins gespürt hat.
Allerdings, wie Mitras schon sagt, muss man aufpassen, dass man sich allzu sehr mit diesen "negativen" gedanken identifiziert. Ich kann Dir Lieder davon singen, wie ich mich in Hassgedanken dermassen rauschhaft hineinsteigerte, dass ich von diesem Trip sehr schwer wieder herunterkam. Gestattet man sich nämlich erst einmal Hass, wo man zuvor solche Regungen verdrängen musste, nicht fühlen durfte , kommt es leicht zu Überreaktionen....


Wie ich die andern, die Welt sehe, so sehe ich mich selbst und auch diese Erkenntnis ist Teil eines Bewusstwerdungsprozesses, wo ich mich nur selber achtsam wahrnehme.
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An MdW:
Die Anamnese/Psychogenese von Fibromyalgiekranken hat gezeigt, dass es sich in der Mehrzahl um Menschen handelt, die sehr gutmütig, hilfsbereit, "Gutmenschlich" sind und immer zuerst an die andern denken, bevor sie an sich denken...Zu hohes Ichideal..
Meine Sicht auf Krankheit hat sich inzwischen völlig geändert. Ich sehe Krankheit als ein Genesungsgeschehen. Und frage nicht mehr nach Diagnosen, sondern: An was hindern Dich deine Symptome?
z.b.Bei Hautkrankheit ist es ganz offensichtlich, dass er den Kontakt, die Berrühung, die Nähe verhindern soll und zwar nicht nur körperlich, sondern auch seelisch.
Die Fibromyalgie hat bei mir verhindert, a) wegzulaufen (Ich war ein richtiger Nomade und wenn mir ein Job oder Stadt nicht gefiel, bin ich in die nächste..),
- sie hat mich gezwungen, innezuhalten und meine Aufmerksamkeit auf den Körper zu lenken. Fakt war, dass ich meinen Körper hasste und ihn nicht gerne bewohnte.
Die permanente Aufmerksamkeit auf den Körper bewirkte wohl, dass ich jetzt voll präsent sein kann im Hier und Jetzt und mir seiner Weisheit immer mehr bewusst werde, indem ich lerne, mich den ihm innewohnenden Naturgesetzen voll zu überlassen.
Wenn ich jetzt mal einen Schmerz verspüre, lehne ich ihn nicht mehr ab, sondern gehe mit Aufmerksamkeit in ihn hinein, bis er sich auflöst. Aufmerksamkeit ist immer Liebe und Annahme.
Solange man aber den Schmerz noch ablehnt, soll man sich der Ablehnung bewusst werden und diese akzeptieren.
Letztlich erkannte ich, dass es bei diesem ganzen sog. Krankheitsgeschehen um nichts anderes ging, als zu lernen, mit beiden Beinen im LEBEN zu stehen, mit beiden Beinen auf dem Fundament (Christus/Selbst)zu stehen, was uns trägt.
Es ging darum, im AllEinsBewusstsein allEin-zu stehen, ohne Krücken (ohne den Halt bei Menschen, Schriften, Konzepten/Überzeugungen) zu gehen..
Zuerst musste mir aber wohl dazu in somatischer wie auch in psychischer Hinsicht buchstäblich der Boden unter den Füssen weggezogen werden.

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10.04.2012
"I am chaos.
I am the substance from which your artists and scientists build rhythms.
I am the spirit with which your children and clowns laugh in happy anarchy.
I am chaos. I am alive, and tell you that you are free."

Eris,Goddess of Chaos, Discord & Confusion
in Holy Alliance with Jesus Christ Superstar
*****

Für all jene, die nicht richtig lesen können, wollen oder den Kontext nicht verstehen, in dem ich aus meinem Leben erzähle: Wenn ich hier und da über persönliche Erfahrungen schreibe, so tue ich das , um den Kontext/Thematik ,indem dies geschieht, abzurunden und anschaulicher zu machen. Ich gebe sozusagen "Pfeffer" dazu, Lebensblut, statt mich einer theoretisch- abstrakten intellektualisierenden blutleeren Syntax zu bedienen (obwohl ich ihr einen gewissen coolen Charme nicht abstreiten will).

Ich rede nicht von meinen Erfahrungen, um "Mitleid zu heischen" - wie mir gern von manchem unterstellt wird - oder in LeidensKonkurenz mit anderen zu treten - aus solchen Kinderschuhen bin ich Gottseidank hinausgewachsen.
Ich selber habe jegliche Angst verloren und auch keinerlei Ängste (mehr) über mich zu reden - sei es "im Guten oder im Schlechten". bzw.was mir im Leben widerfahren ist oder was ich selbst dem Leben angetan habe. Diese Offenheit mag wiederum auf verschiedene Menschen beängstigend wirken.
Viele Menschen haben Angst, sich zu öffnen und das ist insbesondere hier auf Allmy in Anbetracht dieser massenhaft auftretenden unverbesserlichen Kaputtmacher, Draufhauer und Gefühlstotschläger sehr verständlich .
Das berücksichtige ich und will auch niemanden dazu provozieren, ebenso offen zu sein wie ich.

Zum sog. "Freien Fall" wäre noch zu sagen, dass es es sich um eine grundlegende psychosomatische "Entspannung", eine grundlegende Kapitulation handelt, in der ich jegliche Ego-Eigenmacht aufgebe, was einer Art von Sterben gleichkommt. Unter Ego verstehe ich aber ganz besonders unsere verinnerlichte sadistische autoritäre Überich-Struktur/Entfremdung, die dazu führt, dass wir vor allem uns selbst hassen, und wo wir uns selbst hassen, hassen wir auch die anderen. (Selbsthass/Fremdhass ist übrigens eine subtile Sache und nicht ohne weiteres als solcher bei sich selbst erkennbar.)

Wahrer Frieden ist nur jenseits der internalisierten autoriären ÜberichStruktur zu finden, jenseits aller sozialen Konditionierung. Da bist Du in Heiliger Anarchie/Chaos. ("Heilig" deshalb, weil sie im Gegensatz zur "unheiligen" Anarchie, konstruktiv ist und dem Leben dient. Die destruktive Anarchie, das destruktive Chaos, dient dem "Tode", is thanatos-orientiert, zerstörerisch für alles Lebende. Wir alle leben vermutlich seit Patriarchatsbeginn in einer Gesellschaft, in der die destruktive Anarchie herrscht, getarnt als "Ordnung". Und genau so sieht es in unserem konditionierten MindEgoVerstand aus. Wir sind verwirrt, orientierungslos und dienen Thanatos - vor allem dem Mammon und dem Nützlichkeitsgedanken (Ausbeutung)
Hier im Frieden jenseits dieser alten destruktiven "Ordnung" , bin ich erst im Frieden mit mir SELBST bzw. Gott.
Diese "Alte Ordnung" zu zerstören, ist Jesus gekommen wo er sagt: "Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert."

PS: Zur Information den Leuten, die bei den Worten "Alte Ordnung", "Neue Ordnung", nur immerzu zwanghaft an NWO usw. im Sinne der Verschwörungstheorien denken: Alte Ordnung ist auch ein Begriff für das Alte Testament, welches den Menschen, die Menschheit in der Gefangenschaft, im Exil, im "Tode" zeigt. Die Neue Ordnung erscheint mit Jesus Christus, als dem Neuen Testament, dem Neuen Bund. Der Befreiung aus den Ketten der Fremdbestimmung.
Der Übergang von der Alten Ordnung in die Neue Ordnung dauert oftmals über Jahrzehnte und ist seelisch immer wieder prozesshaft erfahrbar als zunächst fruchtbares Chaos im Sinne einer grossen Verunsicherung, Fragmentierung, weil alle Weltbilder dahinschwinden, bis man völlig allen irdisch-menschlichen Halt verloren hat. Man ist sozusagen immer wieder im Niemandsland, wobei man aber mit der Zeit lernt, sich hierin - im sog. "Weltuntergang" - ganz häuslich einzurichten bzw. jegliche Angst vor dieser fundamentalsten aller Veränderungen verliert.

Und ganz knapp und lapidar gesagt: Die ganze Reise geht von links nach rechts. Von Leftbrain zu Rightbrain. Vom Kopf zum Herzen.
Und dies lässt sich letztlich sogar wissenschaftlich-neurologisch beweisen!

PS"@artedea Der Transformationsprozess wird in allem, aber auch in a l l e m wie ein richtiger Sterbeprozess erfahren!! Mit allen Todesängsten, allen 4 Phasen des Sterbens, allen Bardozuständen, die man im Tibet. Totenbuch schildert. Und zwar immer wieder von neuem. Man ist ja nicht immer im laufenden Prozess, sondern hat zwischendurch Zeiten, wo man überhaupt keinen Bezug mehr zu haben scheint zu dem Prozess. Wo es innerlich arbeitet.

Und dieser Prozess ist nicht jedermanns Sache, nur kann man ihn von selber nicht mehr abbrechen, wenn man einmal JA dazu gesagt hat. Da gibts kein Zurück mehr, denn ein Rückzug wäre der allergrösste Verrat an sich SELBST. Im Transformationsprozess wirst Du immer wieder mit dem Rücken an die Wand gestellt. Was übrigens nichts anderes heisst, als dass Du Dich immer wieder den unbewussten archetypischen Kräften in Dir öffnest. Immer wieder und noch einmal wird Licht ins Dunkel des Unbewussten gebracht bzw. Erkenntnis. Und erst, wo Dein persönliches Unbewusste bzw. dein persönlicher Schatten( alles, was man im Leben verdrängt hat) ins Licht gehoben wurde, wird er aufgelöst.

Und dann erst ist man wirklich auf dem WEG, dem DAO. Dem Weg der Wahrheit und des Lebens.Hier erkennst Du, dass Du all die langen Jahre nur auf dem Weg zum WEG warst.
Jetzt wo Du auf dem WEG angekommen bist, beginnt erst das, was man im Christentum die "Nachfolge Christi" nennt, alles andere vorher war nur Vorbereitung.
Jetzt erst, wo Du mit dem Christus-Bewusstsein eins geworden bist, erkennst du und erleidest du den Kreuzweg, u.a. weil Du nun erschreckend klar siehst, wie Christus immerzu von uns bzw. unseren EgoEigenMächten gekreuzigt wird....
wie jede Art von eigenmächtigem Handeln ein Schlag ins Gesicht, ein Nagel ist..

Und noch einmal: Das Christus-Bewusstsein hat nichts mit dem Christentum zu tun, das Christentum hat es von vorherein verstanden, genau das zu verhindern, von was es den Leuten zu predigen vorgibt.